13. Kreativ gegen Langeweile – Eine selfmade Weihnachtsgeschichte

Wir fahren fort mit unserer Rubrik „Kreativ gegen Langeweile“. Gerade jetzt nach Weihnachten sitzt man oftmals gelangweilt auf dem Sofa und schiebt sich süßes Gebäck zwischen die Kauleisten. Für etwas Abwechslung könnte möglicherweise folgender Vorschlag sorgen. Schreiben Sie ihre eigene Weihnachtsgeschichte. Wie beispielsweise Susanne B. aus M., eine alleinerziehende Mutter mit 11 Kindern. Sie sandte uns freundlicherweise die unten abgebildete Fotografie mit folgender Geschichte:

„Ich sitz im Eck,
wie der letzte Dreck.
So ein Schreck.“

„Diese Worte habe ich gerufen, wenn ich mich unter dem Weihnachtsbaum versteckt habe und meine Kinder nach mir suchen mussten. Wissen Sie, irgendwie muss man die Zeit schließlich totschlagen. 11 Kinder machen Arbeit. Und jetzt, wo ich sie nicht zu Freunden schicken kann, muss ich mich um sie kümmern. Okay, die Jüngste ist jetzt auch schon 19 Jahre alt. Aber was will man machen. Die Playstation hat mein Ex mitgenommen. Fernseher ist gepfändet. Da bleibt nicht mehr viel übrig zum spielen. Nur unser alter Plastikbaum von Tante Else ist noch da. Hinter dem verstecke ich mich dann und die Kinder suchen mich. Und ob Sie es glauben oder nicht, die hatten da echt ihre Probleme. Erst als ich mein Sätzchen aufgesagt habe, haben sie mich entdeckt. Na, ich bin jedenfalls froh, dass wir jetzt schon das Suchen üben. Bald ist schließlich Ostern. Und dann sollen die Kinder mal schön auf Eiersuche in der Nachbarschaft gehen und mir schöne Geschenke klauen … äh mitbringen. Drum rate ich, ihr lieben Leut, seit kreativ mit Kindern heut.“

Ihre Susanne B. – hat nicht mehr alle Nadeln an der Tanne 🙂

Susanne B. versteckt sich hinter dem Weihnachtsbaum. Ihre 19-jährige Tochter Delphine benötigte 7 Stunden, um ihre Mutter in einer fast leer geräumten Dreiquadratmeterwohnung zu finden …

Und, wie sieht Ihre Weihnachtsgeschichte aus? 🙂

©mauswohn

Bildquelle: Internet (der Urheber des Bildes konnte leider nicht ermittelt werden, kann sich jedoch jederzeit gerne bei mir melden, wenn er seinen Namen hier genannt sehen möchte)

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Ich freue mich immer über eine kleine Spende, um weiter Zeit in kreative Arbeiten investieren zu können. Vielen Dank 🙂

Lieben Sie Edith Piaf?

Bildquelle: Die meisten Bilder auf diesem Blog habe ich aus dem Internet. Leider kann nicht immer der Urheber der Bilder ermittelt werden. Daher ist lediglich die Bezeichnung „Bildquelle Internet“ zu lesen. Es liegt mir fern, bei der Nutzung der Bilder gegen Copyrightgesetze zu verstoßen, geschweige denn, diese als meine Kreationen auszugeben. Selbstverständlich wird auf Wunsch ein Bild gelöscht, wenn sich der Urheber bei mir meldet.

Schrödingers Waschnachtsgeschichte

Der Winter hat Einzug gehalten. Fieberhaft wurden auf der Alm seit Anfang Dezember die Hütten geschmückt, festliche Dekorationen angefertigt und Geschenke gebastelt. Alle Tiere waren emsig und vergnügt bei der Arbeit. Der Sägefisch versuchte sich an Laubsägearbeiten, die Pinguine schneiderten adrette Fracks, die Zebras spendeten ihre Streifen den notleidenden öffentlichen Verkehrsbetrieben, die Gänse übten schmalzige Lieder ein und der Laubosaurus pflügte artig die Schneemassen beiseite.
Und heute ist der 24ste Dezember. Die letzten Vorbereitungen für ein gemütliches Beisammensein am Kaminfeuer werden getroffen. Und unser Hausmeister Herr Schrödinger gibt sich seit Tagen besonders geheimnisvoll. Es wird fieberhaft gerätselt, was er sich für eine Überraschung ausgedacht haben mag. Doch er lässt sich nicht in die Karten schauen.
Die Stunden verrinnen, bis schließlich am Spätnachmittag sämtliche Almbewohner freudestrahlend im Wohnzimmer um den Kamin zusammen kommen und ihre liebevoll angefertigten Geschenke an die Zweige einer südländischen Kuhmanntanne hängen, die vor dem Fenster steht und ihre Äste in die Höhe reckt. Der Geruch von frischen Bratäpfeln legt sich in den Raum, die Waschbären verteilen Seifentaler mit Zimtgeschmack und Schokoladencracker. Zufrieden lässt man sich das Gebäck auf der Zunge zergehen und genießt den Augenblick.
Und bevor nun die Geschenke ausgepackt werden, pflegt man eine altbewährte Almtradition, wir sehen uns gemeinsam einen Filmklassiker auf der Großbildleinwand an. Da man das ganze Jahr über mit Hitchblogschen Meisterperlen versorgt ist, greifen wir an Weihnachten oftmals auf epische Werke anderer Künstler zurück. So sahen wir in den vergangenen Jahren regelmäßig „Ben Hur“, den mit Pomadefrisuren durchtränkten Streifen „Vom Winde verweht“ oder den Sandalenfilm „Spartacus“. Doch in diesem Jahre haben wir uns für eine Neuerung entschieden. Da unser Herr Schrödinger ein begeisterter Filmliebhaber und Laienregisseur ist, hat er nun sein erstes cineastisches Oevre geschaffen. Die Weihnachtsgeschichte modern interpretiert aus Sicht eines Hausmeisters, der den vorweihnachtlichen Alltag meistert. Ein unverblümter Blick auf die täglichen Handlungen eines einfachen Arbeiters, zart umgarnt von einem Hauch Besinnlichkeit. „Eine Waschnachtsgeschichte“ nennt der werte Egon sein Epos, die, so hofft er, den Gegensatz von weihnachtlichem Konsumstress und alltäglichem Trott gut zum Ausdruck bringen soll. Der bodenständige Mann als alleiniger Kämpfer an der Putzfront gegen Schmutz, Bakterien und jede Menge Wäscheberge.
Lassen wir uns überraschen, ob Herr Schrödinger am Ende des Filmes seine weiße Weste behält.
Lehnen Sie sich bequem in Ihrem Ohrensessel zurück und genießen Sie den etwas anderen Weihnachtsfilm.

Licht aus, Film ab und viel Vergnügen! 🙂

©mauswohn