Der Plus-Tod

Ein Nachruf
Beinahe täglich sind viele Menschen im Gebrauch einer Computertastatur, um damit zu koordinieren, zu schreiben, kurz: darauf mehr oder weniger herumzuhämmern. Oftmals wird lieblos auf die einzelnen mit Buchstaben, Zahlen und Zeichen versehenen Tasten eingedroschen, während man geistesabwesend auf den Bildschirm starrt und seiner Arbeit nachgeht.
So entstehen, selbst bei sanftmütigerer Handhabung der Tastatur, erhebliche Schäden, die nicht immer gleich bemerkt werden.
Plötzlich schlägt das große „A“ nicht mehr richtig an, die Punkt-Taste reagiert nur noch widerwillig. Allmählich treten immer mehr Funktionen in Streik. Bis es im schlimmsten Szenario zum absoluten Error, in diesem Falle zum Funktions-Tod einer Taste kommen kann. Da nützt kein reinigendes Spray mehr, kein sauberes Tüchlein, mit dem noch einmal Luft zugefächelt werden kann. Wie kürzlich, als die Almtastatur den Verlust einer Plus-Taste zu beklagen hatte.
Tief bestürzt krackseln die Wartungsarbeiter über die Buchstaben, hin zum verendeten Zeichen, das stets so viel gegeben, das stets so viel addiert hat. Ein schmucker Kranz wird auf dem Hartplastikkörper arrangiert, die kleine Gemeinde versammelt sich und spricht ein kleines Code-Gebet.
Der Pfarrer hinterfragt nochmals das sinnlose, über die Maßen lange Betätigen der Taste, die viel früher in Ruhestand hätte gehen sollen und so noch einen schönen Lebensabend auf einer ausrangierten Inseltastaur hätte verbringen können.
Oder könnte das Plus gar noch am Leben sein, wenn die anderen Buchstaben und Zeichen schneller reagiert und die Escape-Taste gedrückt hätten? Keine Antwort. Die Fragen verhallen zwischen den laut klickenden Tönen der bereits wieder in Betrieb genommenen Tastatur, auf der weiter Geschichten geschrieben werden. Die Trauernden verankern eine neue intakte Plus-Taste im Getriebe, verfrachten das tote Plus Richtung Papierkorb und gehen ihrem Tagwerk nach, bis der nächste Error vermeldet wird.

Dieser Nachruf wurde geschrieben von unserem neuen Mitarbeiter Herrn Plus ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 🙂

Der Plus-Tod+
Die Plus-Taste Petra wurde nur 7 Monate alt. Sie hinterlässt eine voll funktionsfähige Tastaturfamilie.
©mauswohn

Bildquelle: Internet (der Urheber des Bildes konnte leider nicht ermittelt werden, kann sich jedoch jederzeit gerne bei mir melden, wenn er seinen Namen hier genannt sehen möchte)

Wie wärs mit einer musikalischen Gesichtsmaske? 

Buy yourself to death

Eine einteilige Undercover-Dokumentartrilogie

Erneut präsentieren wir Ihnen heute ein Meisterwerk des professionellen Laienregisseurs Almfred Hitchblog, der heimlich durch die Supermärkte der Großstädte tingelte, um die erschreckende Vielfalt unserer Konsumgütergesellschaft bloßzustellen. Aber Hitchblog wäre nicht Hitchblog, wenn er aus dieser schonungslos realistischen Dokumentation keinen Thriller gespickt mit kriminellen Elementen kreieren würde. Gekonnt subtil tritt er diesmal zu Beginn des Films ausschließlich akustisch in Erscheinung und hält sich mit seinem Cameoauftritt zurück, um bewusst die Hauptakteure, unsere Konsumgüter, zur Geltung kommen zu lassen. Passend zu dieser ungewöhnlichen Dokumentationsform findet Hitchblog die entsprechende Kameraführung. Geheimnisvoll undurchschaubar mit irritierenden Horizontal-Vertikal-Schwankungen. Eine filmische Meisterleistung, die in Hollywood bereits eifrig kopiert, aber nicht annähernd erreicht wird.
Der kulinarische Überfluss wird dem Zuschauer in versteckter Offensichtlichkeit vor Augen geführt, dass er, von Grauen gepeinigt und maßloser Übelkeit befallen, schnell das Weite sucht. Glücklicherweise endet dieses cineastische Meisterwerk (so manch einer bezeichnet es gar als Geisterwerk) nach 1 Minute und 52 Sekunden, so dass das Unwohlsein für den Betrachter noch in Grenzen gehalten werden kann.
Festzuhalten bleibt, dass Almfred Hitchblog dem neugierigen Kinobesucher die tägliche Gier nach Besitz gnadenlos offenbart und sie rückhaltlos an den Pranger stellt.
Der Filmkünstler strebt mit seinem neuen Werk die bleierne Speckschwarte des Metzgereifachhandels an. Auch diese Trophäe will erst einmal erobert und in der angestaubten Glasvitrine verstaut werden.
Die Bluray-DVD-Videokassette auf CD ist für lumpige 999,11 Euro erhältlich. Geliefert wird die Trilogie in einem unverwüstlichen Plastikschuber, verpackt in Cellophanpapier, verschnürt mit Polyäthylen-Polyestergarn, von einer wasserdichten Gummimatte gut geschützt. 0,01 Euro des Verkaufserlöses gehen an hilfsbedürftige Warenhausketten.

Buy yourself to death! 🙂

 

 

©mauswohn

 

 

Sie lieben Alfred Hitchcock? Dann haben wir etwas für Sie …

Biggi bringt den Müll rein – ein kunsthistorischer Meilenstein

„Bring endlich den Müll runter“ … in keifender Befehlsform geschriehen oder mit penetrantem Nachdruck alle 10 Minuten aufgesagt … so oder so ähnlich graut es wohl den meisten Menschen vor diesen Worten. Schließlich will man lieber gemütlich auf der Couch liegen oder sich der Bierdeckelsammlung widmen. Der Müll kann warten.
Dieser Null-Bock-Haltung unseres eigenen Mülls gegenüber hat sich nun die weltberühmte Künstlerin Birgit Tetenwihl-Zesch angenommen, die hier auf der Alm vor knapp zwei Jahren mit ihrer Objektkunst „Richtungsmäßig“ für Furore sorgte.
„Wir alle sollten uns diszipliniert aus unserem Dreck ziehen und die Chance wahrnehmen, damit reich und berühmt zu werden“, sagt die Rostocker Künstlerin selbstbewusst.
Aus jedem von uns könne innerhalb kürzester Zeit ein angesagter Star, ein großer Künstler werden.
Wie das, mag sich der skeptische Leser und Müllverachter fragen? „Ganz einfach“, fährt „die Zesch“ in einem Chatinterview mit uns fort. „Haben Sie sich mal ihren Kompost, den Mülleimer oder andere Abfallprodukte im Haushalt etwas genauer betrachtet? Denken Sie nicht bei dem ein oder anderen Anblick an ein abstraktes Werk aus dem Museum of Modern Art? Könnte das nicht Kunst sein? Es ist alles eine Frage der Sichtweise. Dafür bedarf es keiner teuren Designerbrille und man muss nicht Picasso heißen, um berühmt zu werden. Das sehen Sie an mir. Ich heiße Zesch und habe Weltruhm erlangt.“ 
Und so zeigte uns das nie rastende Multitalent eines ihrer neuesten Werke aus der Reihe „Es gibt keinen Müll, nur unkreative Menschen“.
Das Werk trägt den Titel „Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“.

Alltagskunst müll
„Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“. Momentaner Wert: 1 Glas Gurken und drei Frühstückssemmeln.

Unspektakulär und doch in sich stimmig. Farblich zurückhaltend, ein homogen zusammengemengter Abfallhaufen. Ein Werk, entstanden ohne größere künstlerische Hintergedanken mit geringem Arbeitsaufand.
„Vom Müllsammler zum Millionär“, ruft uns die Künstlerin begeistert durchs Mikrofon zu und versucht mit Elan und Überzeugung ihre Idee dem Publikum kund zu tun.
„Heutzutage ist schließlich alles erlaubt“, schwelgt die Dame weiter. „Wir alle sind Künstler und Müll hat nun wirklich jeder zu Hause. Wir sind ja ganz schöne Dreckschweine, wenn man es genau nimmt. Aber gerade hier müssen wir das Negative ins Positive kehren, das Übel an der Wurzel packen und daraus Kapital schlagen. Dem Status als angehender Superstar steht nichts mehr im Wege.
Wichtig ist, dass Sie den heimischen Müll als etwas Besonderes verkaufen, auf ein Podest stellen und als Ihr eigenes Kunstwerk proklamieren. Wer sich in Selbstvermarktung gut auskennt wie ich, wird natürlich umgehend eine Website erstellen, auf der die Alltagskunststücke präsentiert werden. Schon gesehen? dreckskolumne.zesch.com? Dort finden Sie alles Wissenswerte. Is überragend geworden. Wie alles, was ich anpacke. Der Instagram-Auftritt darf natürlich nicht fehlen. Darum hat sich mein Vetter Joe aus Husum gekümmert. Man muss natürlich auch die richtigen Kontakte haben. Sonst isses schwierig. Und Schlagzeilen in regionalen und überregionalen Zeitungen sind logischerweise von Vorteil, wenn Sie es mit Ihrem Müll mal so weit bringen wollen wie ich.
Da werden Kunstmäzene schnell hellhörig, Internetfirmen wittern ein großes Geschäft und werden für Ihren Dreck einen ordentlichen Batzen Kohle hinblättern.
Also Leute, es lohnt sich, den Mülleimer künftig zu hegen und zu pflegen und den Haushalt mit kreativen Augen zu betrachten. Heißt ja nicht umsonst, dass man aus Schei… Geld machen kann. Aber ich möchte ganz klar darauf hinweisen, dass durch die kreative Arbeit und das in Szene setzen des Mülls das Niveau an Erhabenheit gewinnt und der scheinbar plumpe Hausmüll museumsreif wird und sich eindeutig vom Gossendasein und Toilettenlevel distanziert.
Werden Sie zum Künstler! Machen Sie mit! Zeigen Sie uns Ihren Müll. Schreiben Sie uns von Ihren künstlerischen Papierkorberfahrungen. Ich bin mir sicher, Ihr zu Hause gleicht einem Museum der Extraklasse und Sie sind der Alltagskünstler von morgen!
Also los, bringen Sie den Müll rein, bevor Ihnen der neidische Nachbar die besten Eierschalen vom Kompost mopst und zur Wertminderung Ihres Kunstwerkes beiträgt!
Und denken Sie daran, ich bin das beste Beispiel, dass man stets großen Müll produzieren kann. Ich habe es geschafft.“
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Biggi von der Rostocker Müllhalde 🙂

Übrigens: Das Werk „Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“.
wird bei Aldi für einen guten Zweck versteigert. Wir beginnen mit einem Einstiegspreis von 1 Glas Gurken und drei Frühstückssemmeln.

Dieser kunsthistorische Meilenstein der Zesch sollte uns zum Nachdenken anregen. Auch wir haben das Zeug zu einem Künstler, den die Geschichtsbücher nicht vergessen werden. Packen wir es an. Welcher Müll schafft es zuerst in die Museen dieser Welt? Zeigen Sie uns Ihre Schätze 🙂

 

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 


Wärbung

Universität Tübingen

Bildschirmfoto 2019-01-02 um 17.38.18

 

Flugzeug stürzt in Kaufhaus

Unser Hausmeister Schrödinger schlug heute morgen die Zeitung auf. Entsetzt schüttelte er den Kopf ob der Schlagzeilen, die zu lesen waren. Pressemitteilungen verbreiten sich heutzutage bekanntlich wie ein Lauffeuer. Und befindet sich nur eine einzige falsche Beschreibung in dieser Meldung, summieren sich die Fehler rasch in den sogenannten „sozialen“ Netzwerken und formieren sich zu Fake-News.
Die übereifrige Presse und allerlei Schreiberlinge machen sich das Motto „Schnelligkeit vor Gründlichkeit“ zu eigen, dichten noch rasch das ein oder andere Statement hinzu und im Nu entsteht eine Überschrift wie „Flugzeug stürzt in Kaufhaus“.
Dabei handelt es sich in diesem Falle lediglich um eine unglücklich platzierte Werbebande, die ein Flugzeug der Turkish Airlines eine Rolltreppe hinab in ein mehrstöckiges Einkaufszentrum stürzen lässt.
Daher die dringende Bitte der Bloghüttenpolizei: Sollten Sie Freunden oder Bekannten von der hier gezeigten Abbildung Bericht erstatten, egal ob in mündlicher oder schriftlicher Form, achten Sie bitte auf eine sachliche und präzise Darstellung der Fakten.
Beherzigen Sie das Motto „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, um eine weitere Schreckensmeldung zu verhindern.
Formulieren Sie positiv. Dramatisieren Sie nicht. Schreiben Sie beispielsweise: „Terroristen landen gekonnt im Supermarkt. Anführer besitzt Pilotenlizenz mit Auszeichnung. Oscarnominierung nur noch Formsache.“ So besteht nicht sofort der Verdacht eines entstandenen Blutbades und zerstörter Gebäude und Sie umgehen unnötige Diskussionen. Vielen Dank! 🙂

Flugzeug stürzt in Kaufhaus
Diese Werbebande, angebracht von Manni Z. aus W., hat bereits für viel Wirbel gesorgt. Aus Gram über diese unglückliche Anbringung, nahm sich der Herr auf der Rolltreppe das Leben … ob es sich hierbei um Fake-News handelt, wird derzeit von Kommissar Pinocchio überprüft.

Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, aus dieser Horror-Überschrift eine schöne Geschichte zu zaubern …

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 


Wärbung

Neue Kunst fürs Eigenheim?

assemblage redbubble

 

Orbit Adipös

Heute setzen wir uns mal wieder mit dem vielseitigen Thema „Kunst“ auseinander. Unsere kleine Almgalerie „Kunstmus“ wurde nach zweijähriger Renovierungsarbeit erneut geöffnet. Und der eifrige Galerist Pit Casso hat es tatsächlich geschafft, einige namhafte Künstler von Weltruhm in unser beschauliches Dorf zu lotsen, um hier ihre Werke zu präsentieren. Zunächst befassen wir uns mit einem absoluten Senkrechtstarter der Kunstszene. Hugo Egon Kemp erweist uns mit seinem Erstlingswerk die Ehre. Um genau zu verstehen, worum es ihm bei seiner Arbeit geht, wurde von renommierten Kunsthistorikern eine aussagekräftige Bildanalyse angefertigt, so dass Sie sich nun selbst ein Bild von diesem Bild machen können:

Bildanalyse des fotorealistischen Gemäldes von Hugo Egon Kemp.

Titel: „ORBIT ADIPÖS“.

Öl auf Leinwand (bzw. Fett auf Moped)

orbit-adipoes

„Der Newcomer aus Aschaffenburg Hugo Egon Kemp hat mit seinem neuesten Werk einen Hype in der vor kurzem entstandenen Kunststil-Szene „Edge-Treatment“ ausgelöst. Neoplasmen reichen nicht mehr aus. Die Massenüberflutung wird angestrebt. Dies wird im Werke Kemps durch die massenhafte Stapelung der Ringe deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Ringakkumulation steht als Symbol des permanenten Zwanges, Dinge um sich zu scharen. Das Kaschieren des fettleibigen Wohlstandsbauches ist hierbei als positiver Nebeneffekt nicht zu verachten. Außerdem verspricht der Ring-Raum zusätzliche mentale Erlebniswelten, die im Inneren der Ringe zirkulieren. Je nach Dichte der Stapelung, ist das mentale Sein intensiv oder eher durchlässig. Der Fahrer des Mopeds wurde von Kemp brilliant im Wahrnehmungsdschungel in Szene gesetzt. Nachdem der erste Blick des Betrachters unweigerlich auf das Ring-Ding fällt, wandert er von dort zu biomorph geformten Schultern des Mopedfahrers, der – wie man außerdem zu diesem Zeitpunkt bemerkt – Jeansjacke, Kappe und modernste Sandalenschlappen trägt. Diese Details offenbaren eine befremdliche Verlorenheit. Die lesende Frau am Straßenrand steht in irritierendem Gegensatz zu der Dynamik der industrialisiert wirkenden Welt im Hintergrund. Gummireifen und Sonnenbrillen können jedoch nicht von der mitfahrenden Zeitung ablenken. Sie ist scheinbar unwichtig platziert und konstituiert doch das Gegenmodell künstlerischer Welten: Den blanken Alltag. Der Duktus des Künstlers maßt prätentiös an. Man mag gar nicht hinschauen bei so viel Magie. Ganz im Zeichen des Self-design hebt hier der menschlich humane Skulpturenpark den Zeigefinger. Achtung! Haben wir es mit einem überdimensionalen Piercing zu tun? Oder ist dies eine körpereigene Realitätsdarstellung, die regelrecht zur Passion geworden ist? Der Schriftzug Vinh Phat im Hintergrund provoziert den Betrachter maßgeblich und weißt auf eine stilsichere Geschmacklosigkeit hin, welche Kemp natürlich – wie er uns selbst versicherte – bewusst einsetzt. Eine gewisse optische Penetranz ist dabei unumgänglich. Dass die Rikscha auf der Nebenbahn keinen Fahrer zu haben scheint, soll hier niemanden stören. Kemp ist mitunter der Pionier der pulverisiert weggesprengten Bildecken, die zum bereits oben erwähnten Kunststil „Edge-Treatment“ zählen. Man will es nicht glauben, aber dieser Mensch bringt es wirklich fertig, mit der ihm angeborenen kempschen Lässigkeit eine neue Stilstrategie hervorzurufen. So stand er kürzlich mit seinem Megafon auf einem ALDI-Parkplatz und startete die Durchsage „Neueeeeeee Stiiiiiiilstrrrraaategie.“ Das „r“ wurde hierbei gerollt, wie es einst Charlie Chaplin im Film „Der große Diktator“ vollführte. Der Künstler beabsichtigt nicht, mit seiner Malerei eine neue Diskussionsplattform zu schaffen. Er fordert, dass alles widerspruchslos hingenommen wird. Fraglich, ob ihm dies gelingen wird. Schließlich hat er mit seiner im rechten oberen Bildrand positionierten ausgesparten Ecke die Kunst revolutioniert und sorgt hiermit rund um den Globus für Furore.“

Und für alle Neugierigen, die noch mehr von unserem Kunstgenie wissen möchten, besteht nun die Möglichkeit, mit ihm zu plaudern. Herr Kemp hat sich freundlicherweise bereit erklärt, ein verlängertes Wochenende im Gasthof Lamprecht-Zollinger zu verbringen und Ihre Fragen zu beantworten. Wir freuen uns auf ein spannende Diskussionsrunde 🙂

 

 

©mauswohn

Was halten Sie von Powerfrauen?

Man kann die Ansichten und Betrachtungen von Wissenschaftlern, Professoren und sogenannten Experten einholen, wenn es um brisante Fragen unserer Zeit geht. Doch wir Almbewohner denken, dass ein repräsentativer Querschnitt verschiedener Bevölkerungsschichten befragt werden sollte, damit ein klares Meinungsbild entstehen kann. Und so haben wir das Forschungsinstitut für ungeklärte Fragen damit beauftragt, sich auf die Suche nach Antworten zu folgender Frage zu machen:

power-1

power-2

power-3

Und wie lautet Ihre Meinung zu dieser heiß diskutierten Frage? 🙂

 

©mauswohn

Mordshunger

Im Allgemeinen ist es ja so, dass Serienmörder, so sie denn von der Polizei dingfest gemacht werden können, meist lebenslänglich ihre Arschbacken hinter Gittern absitzen müssen. Natürlich nicht ganz zu unrecht, denn das Eliminieren von Mitmenschen ist im Alltagsleben doch eher verpönt. Wer so richtig Blut vergießen will, sollte da ganz ordnungsgemäß und nach Vorschrift in den Krieg ziehen. Aber das ist ein anderes Thema.
Bleiben wir bei den Serienkillern. Wenn auch viele von ihnen gefasst werden, so gibt es doch immer eine unbekannte Anzahl dieser Personen, die der Polente nicht ins Netz gehen und weiterhin auf freiem Fuße sind. So auch der 37-jährige Herbert K. aus M. Er kann auf eine stolze Karriere als nimmermüder „Um-die-Ecke-bringer“ blicken. Genaue Zahlen sind uns nicht bekannt, doch er behauptet, 17 Hausfrauen, 12 Bankiers, 3 Zahnarztgattinnen und einen Friedhofsgärtner umgebracht zu haben. Eine beachtliche Summe! Und natürlich fragt sich der Otto-Normal-Verbraucher, ob solch ein Verbrecherleben auf Dauer nicht recht eintönig werden kann, wenngleich ein gewisser Nervenkitzel gewiss vorhanden sein dürfte. Und so erzählte uns Herbert K. von seinem zweiten Standbein und gewährte uns einen Einblick in sein kleines Start-Up-Unternehmen, das demnächst den Markt erobern soll.
„Mordshunger“ nennt er sein Projekt, das sich auf originelle Art und Weise mit der Vermarktung von, nun ja, Fleisch beschäftigt. Da unser Gauner durch seine langjährige Tätigkeit als Killer reichlich Erfahrung im Zerteilen menschlicher Gliedmaßen besitzt, hat er sich über die Jahre einige Methoden der Fleischkonservierung zurecht gelegt. Nach einigen Rückschlägen zu Beginn, scheint er nun das richtige Rezept gefunden zu haben. Und so bringt er kommende Woche seine erste Kreation auf den Markt: „Eingelegte Damenbeine (enthaart), würzig“. Verpackt in einer handelsüblichen Konservendose mit ansprechender Etikettierung. Supermärkte wie Aldi, Lidl und Edeka haben bereits Interesse angemeldet und Herbert K. tüftelt in seinem Hobbykeller nun eifrig an weiteren Menüs.
Sie sehen also, dass ein Serienmörder seine freie Zeit durchaus kreativ zu nutzen weiß. Überzeugen Sie sich am besten selbst von seinen Zusammenstellungen. Unter fleisches@lust.mmh können stets Bewertungen, Anregungen und Kritikpunkte abgegeben werden. Unser Gauner ist für jede Idee dankbar und versichert, dass die Einnahmen ausschließlich in neue Mordinstrumente und somit in das Geschäft reinvestiert werden.
Die Kriminalpolizei wünscht guten Appetit! 🙂

Mordshunger
„Damenbeine (enthaart), würzig“ oder „Barbie to go“ – Die erste Kreation von Herbert K. aus M.
©mauswohn

Bildquelle: Internet (der Künstler konnte leider nicht ermittelt werden)

Meerjungfrau gesucht

Fischverkäufer Zeichnung

Mittlerweile kündigt sich nach dem geschichtsträchtigen Lehnduell-Klassiker mit Marisa Mauthe, dem Leoparden Erna und der sündhaft teuren Leopardinger-Weinflasche aller Orten ein regelrechtes Lehnduell-Revival an.
Und so berichten wir erneut von einem Spektakel der Extraklasse.
Frau Mirella Gagermus betrieb noch bis vor zwei Jahren einen kleinen Tabakwarenladen an der Hamburger Binnenalster. Doch durch das stetig ansteigende Gesundheitsbewusstsein der Menschen hatten ihre mexikanischen Hochlandzigarren gegen frisch pürierte Cranberrysäfte und Tofuburger bald das Nachsehen und sie musste ihren Laden schließen.
Auf der Suche nach einer neuen Arbeit wurde sie glücklicherweise schnell fündig. Zufällig wurde im Tierpark Hagenbeck dringend eine geübte Meerjungfrau gesucht. Die resolute Mirella brachte durch ihre Ausbildung als Schönheitstänzerin die idealen Voraussetzungen für diese Tätigkeit mit und erhielt umgehend einen Drei-Jahres-Vertrag.
So verdiente sie sich fortan ihre Brötchen und Fischstäbchen in einem gut beheizten Aquarium und wurde die neue Attraktion der Stadt. Die Presse berichtete fast täglich märchenhaftes von der Meerjungfrau und Touristen aus dem In-und Ausland pilgerten zu ihrem Becken.
In der Zeitung las nun auch Herr Heini Önzer, seines Zeichens Fisch-und Krabbenverkäufer auf dem Altonaer Fischmarkt, von Mirella Gagermus und war sogleich angetan ob ihrer grazilen Schönheit. Mit ihr als Werbeträgerin ließen sich seine Gewinne problemlos versiebzehnfachen. Und für seine Geschäftstüchtigkeit über die Landesgrenzen hinweg bekannt, begab sich der werte Heini umgehend Richtung Tierpark. Dort besuchte er die plantschende Frau Gagermus und unterbreitete ihr ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnte.
Begeistert erzählte er ihr von den weltbekannten Lehnduellen und erläuterte sein Vorhaben, sie als Eyecatcher werbewirksam zwischen seinem frischen Fisch am Verkaufsstand platzieren und so zu einem Lehnduell herausfordern zu wollen. Frau Gagermus neben Hummerschwänzen drapiert und Herr Önzer auf der Ladentheke lehnend, ein Bild für Götter … und die zahlende Kundschaft. Hiervon versprach sich der eifrige Geschäftsmann eine beträchtliche pekuniäre Aufbesserung seiner Kasse. Selbstredend sollte die schöne Mirella fürstlich entlohnt werden. Mit frischer Krabbensuppe auf Lebenszeit und einer wöchentlichen Gratis-Schuppenpflege köderte er die Meerjungfrau, die dem Charme des kühlen Nordländers nicht widerstehen konnte. Sie legte ihre Arbeit im Tierpark umgehend nieder und lässt seit genau drei Wochen und sieben Stunden bei Heini Önzer auf dem Fischmarkt ihr wallendes Haar über die Meerestiere fallen. Unschwer zu erraten, dass sie dort innerhalb kürzester Zeit zum neuen Publikumsmagneten avanciert ist.
Währenddessen lehnt der clevere Heini neben der Registrierkasse und freut sich über sein einträgliches Geschäft. Bei diesem Lehnduell scheinen sowohl Herr Önzer als auch Frau Gagermus als Gewinner hervorzugehen. Lediglich der Tierpark Hagenbeck sieht ernüchtert ins leere Aquarium und sucht nun flossenringend eine gelenkige Meerjungfrau.
Bei Interesse bitte melden! 🙂

 

 

©mauswohn

#fedidwgugl – oder wie man querfeldein durchs Internet stolpert

Sie haben es mit Sicherheit schon mitbekommen. Die CDU hat einen neuen Wahlkampfslogan. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Grandios, wie alle Werbesprüche unserer Politiker. Doch die CDU greift diesmal ganz tief in die kreative Trickkiste und kürzt dieses Statement auf Twitter mit dem aussagekräftigen Hashtag #fedidwgugl ab. Ist das nicht eine klare Botschaft, die man sich gut merken kann? Sie stimmen zu? Wir sehen das ganz genau so. Warum sind wir nicht schon früher auf die Idee gekommen, unsere Blogbeiträge ganz praktisch im kryptischen Telegrammstil zu schreiben? Das erspart virtuelles Papier, die Computertastatur wird nicht unnötig in Anspruch genommen und man sieht sich nicht mehr seitenlangen Texten gegenüber. Eine kurze und knackige Buchstabenabfolge wartet auf den Leser, der mit etwas Übung enorm viel Zeit beim lesen einspart und die Rechtschreibprüfung gänzlich in den Mülleimer werfen kann. So haben wir rasch unseren nächsten Beitrag auf das Wesentliche gekürzt und schmeissen Ihnen nur die wichtigsten Brocken vor die Augen. Um die noch etwas Ungeübten dieser Hashtag-Sprache nicht gänzlich im Unklaren zu lassen, sei erwähnt, dass der heutige Beitrag den Titel „Hefe-Heinz aus Gosslar“ trägt. Was Sie jetzt in dieser Buchstabensuppe über Hefe-Heinz herauslesen, bleibt Ihnen überlassen, frei nach dem Motto „Für einen Text, in dem wir gut und gerne lesen“:

S g Z  u d W d F L-Z e n M d G. E w s u z z B, z s d N n s a e a W o b o G. N o G, w w n e Z e.
B d Z h e s u H P a G. E w e M v m G. G, s u m. U w a d e B a u A s s u b a w, h e t V.
A K l d k H g C. G b h e i d G d G A u O a. U w e i G a d W l u i d P e, k e n a e K H. E e u E. D s E d s n d u s m n, w d H i d G S s u d c H a K z. U p d N a s H, d H w i z e. D M m i h n K f d J k.
N m m s d e w S u b d K e g. U o S, m m d E z i 6-j J h, s r w e g. D e w n n g, e w r a w e H. I d M f s k p K m z a u s l d a „H-H“ v J n n i e a e G g B d d S.
G w s C O, d a K i e Z g w u f b K b, h d g H a s H-K n w, ü g M a g K, d a i z e g S v.
D d e a d T i s H m v a g w, w e e T n A a. D w e w u s f n d g M i B a, d a S v M e u V w. S f e s h, s F m d c E E, d F R i e T a.

E A w d l b H-H v E F z e G e. G s m a d V e k H u s i d u S. D F A w s i S u e f B e d G i G a N. U w E d F s b, b s G R d w f F, b s d i n i B b H, b s p v F i d H k u e k T t. A r s o z Z d w T v F, h e p v H S u n.
E g I w g. I N n d g R a d F e p O f d f H. J, d S r s a f d A e H. V G ü s s H-H d S a S ü u g e v n L. S d Z t e n n L, h v R.

U d m O g H-H d M, s H G e a. D w e j n w e u f e a W g. E p H s s S u h s d s e W u d W e, u s a d f A z e.
I u K K h e s e n F g, d i a e h R e O g h. M d t M b s H-H n a d W u u s m d W.
U d M v d G: e z v H n. S v d K d i N, u d w z e K!

 

Uns würde sehr interessieren, wie es um Ihre Hashtag-Sprachen-Kenntnisse steht und welche Geschichte Sie hier entziffern konnten. Und natürlich präsentieren wir ebenfalls unsere Originalversion in der kommenden Woche… WwegN 🙂

 

 

 

 

©mauswohn

Wahlkampf Wein

So wie auf politischer Ebene regelmäßig Wahlen erfolgen, steht auch hier auf der Alm demnächst eine wichtige Entscheidung an. Es geht um die Nutzung des südöstlichen Weinanbaugebietes am Kuhhang nord-nordwest. Der langjährige Pächter Emil Schwieberdinger, der dort über viele Jahrzehnte eine blumige Almlese anbaute, verstarb vor geraumer Zeit und hinterlässt nun ein weites Areal, welches einen neuen Besitzer sucht.
Fundierte Vorschläge zur Nutzung des steilen Weinhanges sind gefragt. Und sogleich meldeten sich zwei Kanditaten zu Wort und unterbreiteten ihre Vorstellungen.
Zum einen ist dies der Gastwirt und Hobbymarionettenbauer Karl-Georg Zollinger.
Sein Konzept sieht eine Erweiterung des Weinanbaugebietes vor, die gekonnt durch ein Erlebniscamp für weininteressierte Touristen vollzogen werden soll. Die Gäste mieten sich in seinem Gasthof ein, erhalten kostenlose Verpflegung und müssen/dürfen dafür Weinreben beschneiden, Trauben ernten, keltern, etc.
Kurz, ein Erlebnispark, dessen Ertrag Herr Zollinger weit über die Landesgrenzen hinaus vermarkten möchte.
Diesem Entwurf tritt die lokale Weinkönigin und Treppenstufenbauerin Susie Lamprecht vehement entgegen.
Sie sieht das große Areal als brilliante Möglichkeit, einen Laufsteg-XXL in Treppenstufenformat für Weinköniginnen aus dem In-und Ausland zu errichten und es so als Trainingsgelände, Showbühne und Körperertüchtigungsanlage zu nutzen.

Der Wahlkampf der beiden erbitterten Kontrahenten ist nun schon seit Wochen im Gange. Vorhersagen über den Ausgang der Wahl sind kaum zu machen. Jeden Tag zieht einer der Aspiranten ein neues Ass aus dem Ärmel und die Almbewohner sind mit ständig wechselnden Wahlversprechen mittlerweile restlos überfordert.

Für welchen der Kandidaten würden Sie sich entscheiden? Oder hätten Sie gar einen weiteren Vorschlag zur Nutzung des brach liegenden Areals?
Wir sind für jede Hilfe dankbar und machen ein Kreuz, wenn wir endlich unser Kreuzchen gemacht haben.
PS.: Auf der Alm besteht Weinzwang äh Wahlzwang … und wer weiß, vielleicht taucht ja noch überraschend ein geheimnisvoller Kandidat hinter den Bergen auf, um die harmonische Dorfgemeinde mit seinen Plänen durcheinanderzuwirbeln 🙂

weinkönigin susie lamprecht gastwirt karl-georg zollinger presetermin erweiterung weinberge
Nur noch zwei Tage bis zur Wahl. Gastwirt Karl-Georg Zollinger und Weinkönigin Susie Lamprecht bei einem Pressetermin am südöstlichen Weinanbaugebiet. Die Stimmung ist gereizt …

 

 

©mauswohn