Winter-Si-n`est-ma: „Wie es euch gefällt“

Kalt ist es geworden. Nebel und Regen haben sich auf der Bloghüttenalm eingenistet. Wer nun heute bei der neuesten Freiluftaufführung des Almkinos dabei sein will, muss sich wohl oder übel durch das etwas ungemütliche Wetter begeben, um noch einen trockenen Sitzplatz auf den Wiesen zu ergattern. Aber Frischluft ist ja bekanntlich gesund, so sehen wir den Spaziergang am besten als gesundheitsfördernde Maßnahme.

Die Herren Hitchblog und Nozart haben sich für die kalte Jahreszeit einen absoluten Klassiker aufgehoben. Früher oder später wagt sich schließlich jeder große Regisseur und selbsternannte Kunstfilmer an … genau, Sie ahnen es bereits, an die Werke von William Schüttelbirne. Der Meister aller Meister, zumindest für die Meisten, steht auf dem Programm. Unser unverwüstliches Kreativgespann zeigt eine Neuinterpretation des Stückes „Wie es euch gefällt“. Die Protagonisten dieser Inszenierung wurden unter 2500 Bewerbern nach mehrjähriger Suche sorgfältig ausgewählt. Den Zuschlag erhielten zwei Kammerschauspieler des Almtheaters. Eine große Ehre für unser überschaubares Ensemble. Und ohne unbescheiden sein zu wollen, sind wir der Meinung, dass die Herren Hitchblog und Nozart keine bessere Wahl hätten treffen können. Überzeugen Sie sich selbst von einer schauspielerischen Glanzleistung, die Ihresgleichen sucht und vermutlich niemals finden wird. Theaterkenner kommen hier voll auf ihre Kosten.

Warme Decken und Regenschirme liegen auf den Almwiesen bereit, so dass dieses Spektakel höchstens für den Gaumen ein feuchtfröhliches werden kann. Genießen Sie den kulturellen Höhenflug … wie es Euch gefällt

Viel Vergnügen! 🙂

 

Wir hoffen, dass unsere Almschauspieler mit ihrer Darbietung aus den Theatermuffeln unter Ihnen künftige begeisterte Theatergänger machen konnten und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch!

©mauswohn

Mehr Platz im Kopf

„Wahnsinn! Ich werde noch wahnsinnig!“
Erinnern Sie sich noch daran, als Sie diese Worte das letzte Mal in Gebrauch hatten? Richtig. Hier auf der Alm kamen Ihnen diese Ausrufe wie von selbst über die trockenen Lippen, als Sie sich das Hitchblogsche Meisterwerk „Normaler Wahnsinn“ zu Gemüte geführt haben (warum auch immer).
Dass der Film für reichlich Diskussionsstoff sorgen würde, war Experten bereits vorher völlig klar. Doch dass beim Betrachten bisher unbekannte Wahnzustände bei einem Großteil der Zuschauer ausbrechen würden, war weder zu vermuten geschweige denn geplant.
Die visuellen Reize hatte Herr Hitchblog in seinem Film scheinbar so geschickt gesetzt, dass der interessierte Zuschauer schnell überfordert war. Da hatte sich unser Regisseur in seiner Naivität doch eingebildet, die Kenner seiner Filme würden mit der angeblich simplen Thematik der „Weggabelung“, die hier seiner Meinung nach ganz offensichtlich angesprochen wurde,  keinerlei Probleme haben. Aber wie es scheint, hatte sich wohl kaum jemand so recht mit seinen komplexen Werken auseinandergesetzt und wurde folgerichtig schnell des Wahnsinns fette Beute.
Doch ungeachtet dessen, hat der werte Herr Hitchblog nun ein schlechtes Gewissen. Seine geneigten Zuschauer derart in den Wahnsinn zu treiben, war freilich niemals beabsichtigt. Und so begab er sich umgehend in sein Kämmerlein, um ein cineastisches Gegenmittel für das vorangegangene Chaos zu kreieren. Klar in Aussage und Form, ohne versteckte Fallen am Wegesrand, aber die Thematik der „Weggabelung“ (in dessen gleichnamiger Serie Herr Ösi die Hauptrolle zugesprochen bekam) niemals aus den Augen verlierend. Hinter verschlossenen Türen werkelte er Tag und Nacht. Bei diesem Arbeitspensum, so hatten wir den Eindruck, ist bald er dem Wahnsinn näher als seine Betrachter.
Doch nach genau sieben Tagen war es geschafft. Völlig erschöpft präsentierte Herr Hitchblog unseren engsten Almmitarbeitern sein neuestes Werk „Mehr Platz im Kopf“. Hiermit wollte er das unnötig einverleibte Bildmaterial, das zu Wahnzuständen und Verwirrung führte, aus den Köpfen seiner Betrachter wieder verbannen.
Und was sollen wir sagen? Es hat geholfen. Frei und beschwingt tänzeln hier nun alle durch die Gegend. Die Apothekenrundschau hat bereits angefragt, ob in der nächsten Ausgabe ihrer Zeitschrift eine Gratis-DVD dieses Wunderheilmittels beigefügt werden dürfe, was Herr Hitchblog selbstverständlich (nicht ohne Stolz) bejahte. Unser Regisseur scheint also die richtige Medizin gefunden zu haben. Auf Nachfrage, was denn sein Geheimrezept hierbei gewesen sei, antwortete er nur, dass man einen Entleerungsvorgang am besten vollziehen könne, indem man den Deckel hebt und die ganze Sache auf den Kopf stellt. Mehr war dem ermatteten Künstler nicht zu entlocken, der nun seit drei Tagen auf der Holzbank vor dem Kuhstall den verlorenen Schlaf nachholt.
Sollten Sie nun also immer noch von Herrn Hitchblogs cineastischem Wahnsinnsvirus befallen und ihr Oberstübchen mit fragmentarischem Ballast versehen sein, raten wir zur Einverleibung dieses Filmes (ohne Unterbrechung bei gleichmäßiger Atmung).
Wenn Sie Glück haben, wird anschließend ein Gefühl des Wohlbefindes Ihren Körper umschmeicheln. Wenn nicht, haben Sie eben Pech gehabt! 🙂

Viel Vergnügen!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie eine Weggabelung! Gute Besserung!

 

 

©mauswohn

Herbst-Si-n`est-ma: „Ein Fall für Zwei – Dem Tee-ter auf der Spur“

Allmählich sind  Äpfel und Birnen reif, die Bauern ernten die Felder. Der Herbst hat sich unbemerkt angeschlichen und beendet leise den Sommer. Und für schöne Spaziergänge im Freien eignet sich diese Jahreszeit ganz ausgezeichnet. So lädt die Bloghüttenalm wieder zu einer Herbst-Si-n`est-ma-Freilichtaufführung auf den herbstlichen Wiesen ein.
Erneut konnten wir eine Coproduktion der Herren Hitchblog und Nozart ergattern und versprechen diesmal eine gelungene Mischung aus Dramatik, Krimi und Mystery. Herr Hitchblog bezeichnet dieses Genre gerne als Dokuthrillery mit Rätseleffekt. Doch machen Sie sich selbst ein Bild.
Die fiktive Realdokumentation, um Mitternacht auf dem Hinterhof einer Sondermülldeponie gedreht, „Ein Fall für Zwei – Dem Tee-ter auf der Spur“ entführt den Betrachter in eine beängstigende Alltagssituation, der man sich hilflos ausgeliefert sieht. Die Schauspieler halten sich bewusst im Hintergrund, der Blick aufs Wesentliche wird dem Zuschauer unausweichlich auf die geröteten Augen gedrückt. Fragmentarische Klangkompostierungsfetzen von Herrn Nozart subtil untergeschoben, drängen dem Betrachter unweigerlich mysteriöse Fragen auf und entlassen ihn völlig konfus mit einer kleinen Hilfestellung, die jedoch bewusst keine Auflösung bietet und jedem selbst überlassen bleibt. Eindeutig ein Krimi für Kenner und Liebhaber der abstrakten Neodramatik. Explosionen, Schießereien und stumpfsinnige Dialoge werden durch die ausgearbeitete Kameratechnik und die jahrelange Filmerfahrung des Regisseurs als völlig überflüssig entlarvt.
Dieses cineastische Werk schneidet erneut eine tiefe Kerbe in bisher dagewesene Wahrnehmungsformen und wird mit Sicherheit bleibende Eindrücke und Rätsel beim Zuschauer hinterlassen.
Freuen Sie sich auf die Weltpremiere dieses zeitlosen Kassenschlagers. Lassen Sie uns gemeinsam auf dem Feldweg Richtung Großbildleinwand spazieren und einen herrlichen Herbsttag genießen.
Für anschließende Verpflegung ist wie immer gesorgt.
Film ab! 🙂

©mauswohn

Sommer-Si-n`est-ma: „Die Tomantschen kommen“

Noch neigt sich die warme Jahreszeit nicht gänzlich dem Ende und so bleibt Zeit für eine weitere Sommer-Si-n`est-ma-Aufführung.
Nachdem bei der ersten Vorstellung das Genre Küchen-Western bedient wurde, begeben wir uns heute in die Sparte des Küchen-Horror-Splatters. Also nichts für schwache Nerven und zart besaitete Gemüter.
Erneut handelt es sich bei dem heutigen Film um eine Coproduktion der Herren Hitchblog und Nozart.
„Die Tomantschen kommen“ dürfte vor allem tomatenbegeisterte Splatter-Horrorfans erfreuen, die bei diesem inhaltlich tiefgründig verstrickten Werk voll auf ihre Kosten kommen werden:
Erol Tomato aus Michigan ist Ketchuphersteller und beliefert die größten Imbissbuden im Land. Das Geschäft floriert. Soeben hat er einen weiteren Vertrag mit der Deluxe-Würstchenbudenkette „Psycho Meat“ abgeschlossen. Wenig erfreut beobachtet dies sein ausgeboteter Konkurrent, der Senfhersteller Hank Hardy aus Utah. Um Erol Tomato unter Druck zu setzen, engagiert er eine Zombie-Einheit, welche die Tomatenfabrik dem Erdboden gleichmachen soll. Und so rückt die Truppe an, metzelt sämtliche Tomatenfabrikarbeiter nieder, die sich ihrerseits aber nicht kampflos geschlagen geben. So tobt ein Massaker mehrere Tage lang, bis sich schließlich beide Parteien, Senf und Tomate, gegenseitig eliminiert haben. Und wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. In diesem Falle ist es der Mayonaisehersteller Macky Messer, der den neuen Vertrag mit „Psycho-Meat“ unterzeichnen darf.
Ein von Filmkritikern einerseits hochgelobter Film, allerdings legten Sterneköche und Gourmetrestaurants ob der martialischen Gewaltszenen Protest ein, und so wurden die eigentlichen Höhepunkte dieses Küchen-Horror-Epos zensiert.
Doch lassen Sie sich hiervon nicht die Laune verderben, es bleiben noch ausreichend visuell schmackhafte Tomatensplatter vorhanden.
Und vielleicht ahnen Sie es bereits. Um die Großbildleinwand auf den Hügeln der Alm zu erreichen, müssen wir natürlich erneut zunächst den Feldweg betreten. Genießen Sie den Spaziergang mit dem anschließenden Kinoerlebnis.
Selbstverständlich erhält jeder Bloghüttenbesucher seine gewünschten Knabbereien und wird nach dem Horrorszenario ausreichend medizinisch versorgt.

Viel Vergnügen! 🙂

 

Die Deluxe-Edition dieses Filmes erhalten Sie in einer roten Plastikgeschenkbox inklusive Fleischermesser, Tomatenketchup und zwei Mullbinden. Nur solange der Vorrat reicht!

Und einen herzlichen Dank an die werte Frau Kulturreisende, die für die Filmarbeiten ihr iPad zur Verfügung gestellt hat!

 

 

 

 

©mauswohn