Buy yourself to death

Eine einteilige Undercover-Dokumentartrilogie

Erneut präsentieren wir Ihnen heute ein Meisterwerk des professionellen Laienregisseurs Almfred Hitchblog, der heimlich durch die Supermärkte der Großstädte tingelte, um die erschreckende Vielfalt unserer Konsumgütergesellschaft bloßzustellen. Aber Hitchblog wäre nicht Hitchblog, wenn er aus dieser schonungslos realistischen Dokumentation keinen Thriller gespickt mit kriminellen Elementen kreieren würde. Gekonnt subtil tritt er diesmal zu Beginn des Films ausschließlich akustisch in Erscheinung und hält sich mit seinem Cameoauftritt zurück, um bewusst die Hauptakteure, unsere Konsumgüter, zur Geltung kommen zu lassen. Passend zu dieser ungewöhnlichen Dokumentationsform findet Hitchblog die entsprechende Kameraführung. Geheimnisvoll undurchschaubar mit irritierenden Horizontal-Vertikal-Schwankungen. Eine filmische Meisterleistung, die in Hollywood bereits eifrig kopiert, aber nicht annähernd erreicht wird.
Der kulinarische Überfluss wird dem Zuschauer in versteckter Offensichtlichkeit vor Augen geführt, dass er, von Grauen gepeinigt und maßloser Übelkeit befallen, schnell das Weite sucht. Glücklicherweise endet dieses cineastische Meisterwerk (so manch einer bezeichnet es gar als Geisterwerk) nach 1 Minute und 52 Sekunden, so dass das Unwohlsein für den Betrachter noch in Grenzen gehalten werden kann.
Festzuhalten bleibt, dass Almfred Hitchblog dem neugierigen Kinobesucher die tägliche Gier nach Besitz gnadenlos offenbart und sie rückhaltlos an den Pranger stellt.
Der Filmkünstler strebt mit seinem neuen Werk die bleierne Speckschwarte des Metzgereifachhandels an. Auch diese Trophäe will erst einmal erobert und in der angestaubten Glasvitrine verstaut werden.
Die Bluray-DVD-Videokassette auf CD ist für lumpige 999,11 Euro erhältlich. Geliefert wird die Trilogie in einem unverwüstlichen Plastikschuber, verpackt in Cellophanpapier, verschnürt mit Polyäthylen-Polyestergarn, von einer wasserdichten Gummimatte gut geschützt. 0,01 Euro des Verkaufserlöses gehen an hilfsbedürftige Warenhausketten.

Buy yourself to death! 🙂

 

 

©mauswohn

 

 

Sie lieben Alfred Hitchcock? Dann haben wir etwas für Sie …

Orbit Adipös

Heute setzen wir uns mal wieder mit dem vielseitigen Thema „Kunst“ auseinander. Unsere kleine Almgalerie „Kunstmus“ wurde nach zweijähriger Renovierungsarbeit erneut geöffnet. Und der eifrige Galerist Pit Casso hat es tatsächlich geschafft, einige namhafte Künstler von Weltruhm in unser beschauliches Dorf zu lotsen, um hier ihre Werke zu präsentieren. Zunächst befassen wir uns mit einem absoluten Senkrechtstarter der Kunstszene. Hugo Egon Kemp erweist uns mit seinem Erstlingswerk die Ehre. Um genau zu verstehen, worum es ihm bei seiner Arbeit geht, wurde von renommierten Kunsthistorikern eine aussagekräftige Bildanalyse angefertigt, so dass Sie sich nun selbst ein Bild von diesem Bild machen können:

Bildanalyse des fotorealistischen Gemäldes von Hugo Egon Kemp.

Titel: „ORBIT ADIPÖS“.

Öl auf Leinwand (bzw. Fett auf Moped)

orbit-adipoes

„Der Newcomer aus Aschaffenburg Hugo Egon Kemp hat mit seinem neuesten Werk einen Hype in der vor kurzem entstandenen Kunststil-Szene „Edge-Treatment“ ausgelöst. Neoplasmen reichen nicht mehr aus. Die Massenüberflutung wird angestrebt. Dies wird im Werke Kemps durch die massenhafte Stapelung der Ringe deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Ringakkumulation steht als Symbol des permanenten Zwanges, Dinge um sich zu scharen. Das Kaschieren des fettleibigen Wohlstandsbauches ist hierbei als positiver Nebeneffekt nicht zu verachten. Außerdem verspricht der Ring-Raum zusätzliche mentale Erlebniswelten, die im Inneren der Ringe zirkulieren. Je nach Dichte der Stapelung, ist das mentale Sein intensiv oder eher durchlässig. Der Fahrer des Mopeds wurde von Kemp brilliant im Wahrnehmungsdschungel in Szene gesetzt. Nachdem der erste Blick des Betrachters unweigerlich auf das Ring-Ding fällt, wandert er von dort zu biomorph geformten Schultern des Mopedfahrers, der – wie man außerdem zu diesem Zeitpunkt bemerkt – Jeansjacke, Kappe und modernste Sandalenschlappen trägt. Diese Details offenbaren eine befremdliche Verlorenheit. Die lesende Frau am Straßenrand steht in irritierendem Gegensatz zu der Dynamik der industrialisiert wirkenden Welt im Hintergrund. Gummireifen und Sonnenbrillen können jedoch nicht von der mitfahrenden Zeitung ablenken. Sie ist scheinbar unwichtig platziert und konstituiert doch das Gegenmodell künstlerischer Welten: Den blanken Alltag. Der Duktus des Künstlers maßt prätentiös an. Man mag gar nicht hinschauen bei so viel Magie. Ganz im Zeichen des Self-design hebt hier der menschlich humane Skulpturenpark den Zeigefinger. Achtung! Haben wir es mit einem überdimensionalen Piercing zu tun? Oder ist dies eine körpereigene Realitätsdarstellung, die regelrecht zur Passion geworden ist? Der Schriftzug Vinh Phat im Hintergrund provoziert den Betrachter maßgeblich und weißt auf eine stilsichere Geschmacklosigkeit hin, welche Kemp natürlich – wie er uns selbst versicherte – bewusst einsetzt. Eine gewisse optische Penetranz ist dabei unumgänglich. Dass die Rikscha auf der Nebenbahn keinen Fahrer zu haben scheint, soll hier niemanden stören. Kemp ist mitunter der Pionier der pulverisiert weggesprengten Bildecken, die zum bereits oben erwähnten Kunststil „Edge-Treatment“ zählen. Man will es nicht glauben, aber dieser Mensch bringt es wirklich fertig, mit der ihm angeborenen kempschen Lässigkeit eine neue Stilstrategie hervorzurufen. So stand er kürzlich mit seinem Megafon auf einem ALDI-Parkplatz und startete die Durchsage „Neueeeeeee Stiiiiiiilstrrrraaategie.“ Das „r“ wurde hierbei gerollt, wie es einst Charlie Chaplin im Film „Der große Diktator“ vollführte. Der Künstler beabsichtigt nicht, mit seiner Malerei eine neue Diskussionsplattform zu schaffen. Er fordert, dass alles widerspruchslos hingenommen wird. Fraglich, ob ihm dies gelingen wird. Schließlich hat er mit seiner im rechten oberen Bildrand positionierten ausgesparten Ecke die Kunst revolutioniert und sorgt hiermit rund um den Globus für Furore.“

Und für alle Neugierigen, die noch mehr von unserem Kunstgenie wissen möchten, besteht nun die Möglichkeit, mit ihm zu plaudern. Herr Kemp hat sich freundlicherweise bereit erklärt, ein verlängertes Wochenende im Gasthof Lamprecht-Zollinger zu verbringen und Ihre Fragen zu beantworten. Wir freuen uns auf ein spannende Diskussionsrunde 🙂

 

 

©mauswohn

Was halten Sie von Powerfrauen?

Man kann die Ansichten und Betrachtungen von Wissenschaftlern, Professoren und sogenannten Experten einholen, wenn es um brisante Fragen unserer Zeit geht. Doch wir Almbewohner denken, dass ein repräsentativer Querschnitt verschiedener Bevölkerungsschichten befragt werden sollte, damit ein klares Meinungsbild entstehen kann. Und so haben wir das Forschungsinstitut für ungeklärte Fragen damit beauftragt, sich auf die Suche nach Antworten zu folgender Frage zu machen:

power-1

power-2

power-3

Und wie lautet Ihre Meinung zu dieser heiß diskutierten Frage? 🙂

 

©mauswohn

Bizer & Benz – Folge 02

Ausgabe 2

Bizer und Benz – Folge 02 – Der Winterurlaub  

Nachdem die Familien Bizer & Benz die schier ausweglose Situation am Grill in ihren Sommerferien Dank der tatkräftigen Unterstützung unsrer treuen Leserschaft doch noch in die richtigen Bahnen gelenkt haben (fragen Sie nicht wie, schließlich müssen solch utopisch weichgespülten Geschichten irgendwie ihren Fortgang finden), stehen nun neue nervenaufreibende Abenteuer bevor. Und wieder ist Ihre Mithilfe gefragt! Entstehen tiefgründige Dialoge? Welche Schauspieler übernehmen die Rollen in der gleichnamigen Serie? Tritt eine unerwartete Wendung ein? Wie immer ist alles möglich …

Die frostige Jahreszeit hat Einzug gehalten.
Die wintersportbegeisterten Familien Bizer und Benz verbringen, wie kann es anders sein, jede freie Minute in harmonischer Eintracht miteinander. So haben sie in diesem Jahr einen Kurzurlaub ins luxuriöse St. Moritz geplant.
Wochen vor der Abfahrt haben Monika und Heidelinde eifrig Strickpullover, Handschuhe und kecke Wollmützen angefertigt, während Karl-Georg und Manfred die Autosalons der Stadt abgeklappert und sich schließlich zum Kauf eines blauen Oldsmobile für ihre herrliche Winterreise entschlossen haben. Hierzu kann Karl-Georg als selbständiger Fuhrunternehmer sein technisches Know-How einbringen. Während Manfred, als Filialleiter der Stadtsparkasse die finanziellen Details im Auge behält. So ergänzt man sich wie immer perfekt und die Vorbereitungen verlaufen reibungslos in glücksseliger Atmosphäre.
Die Koffer sind gepackt, man fährt entspannt durch die von weißer Schneepracht durchzogene Landschaft, heitere Lieder werden angestimmt. Ein Foto fürs Familienalbum darf nicht fehlen, so steigt Monika aus dem Wagen und bittet einen urigen Einheimischen, eine Aufnahme der unzertrennlichen Familien anzufertigen. Vergnügt setzt man sein schönstes Lächeln auf, Karl-Georg lehnt sich lässig souverän aus dem Fenster der neuerworbenen Luxuskarosse. Heidelinde will ebenfalls ihre modische Dauerwelle ins Bild schieben und rückt näher, doch hierbei löst sich die Handbremse des Automobils. Ungeachtet dessen strahlen die Freunde in die Kamera, Haltung ist gefragt! Doch das Auto rollt unaufhaltsam den Abhang hinab, während von der anderen Seite spielende Kinder auf einem Schlitten nahen.
Kann das Unheil noch abgewendet und die blutige Massenkarambolage vermieden werden?
Wird es trotz dieser nahenden Katastrophe ein Happy End für unsere zwei Heile-Welt-Familien geben oder werden die Strickpullover zum Strick für die Familien Bizer & Benz? Was wird geschehen? 🙂

 

 

©mauswohn

Kuhrovision Muhcontest

Die Spannung steigt. Kauen Sie auch so ungeduldig auf Ihren Fingernägeln und warten fieberhaft auf das alljährliche musikalische Großereignis?
Nun ist es wieder soweit. Der Kuhrovision Muhcontest steht vor der Tür. Und wie allgemein bekannt, treten in einem Vorentscheid all die Songs gegeneinander an, deren Klänge kein Hörer in seine Ohrmuscheln Einzug halten lassen will und am Ende mal wieder die Wahl des geringsten Übels bleibt.
Diese anspruchslosen Wettbewerbsbedingungen haben unser Kreativduo Hitchblog und Nozart geradezu aufgefordert mitzumischen, befinden sie sich schließlich mitten in einem Sumpf aus kompostierten Tönen und befremdlichen Bildcollagen.
Überraschenderweise haben Sie, werter Zuschauer, den Entschluss gefasst, die zwei Herren für die Bloghüttenalm mit ihrem Lied „Werner … so ein arrogantes Arschloch“ ins Rennen zu schicken.
Umfragen zufolge waren die meisten Zuschauer von der widersprüchlichen Bild-Klangkomposition besonders überzeugt. Hantierte doch Herr Nozart mit simplen Alltagsdialogen, die er gekonnt in ein Netz aus gängigen Rhythmen webte, so untermalte Herr Hitchblog die Klänge mit anspruchsvollen, aus dem Kontext gerissenen Naturaufnahmen, um bewusst einen Reiz in der Wahrnehmung des Betrachters zu setzen.
Das Konzept ging auf. Der geneigte Betrachter hat den stumpfsinnigsten Beitrag auserkoren. Siegessicher steht das Künstlerteam mit seinem Nummer-Eins-Hit in den Startlöchern und wartet darauf, auf die Bretter die die Welt bedeuten, entlassen zu werden.
Drücken Sie die Daumen, dass die Bloghüttenalmverteter am Ende des Tages die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen dürfen. Bei grandiosem Gelingen werden sämtliche Bewohner des Bloghüttentales zu einer fulminanten Feier mit Pauken, Trompeten und einem reichhaltigen Festessen eingeladen. Und sollte die Party wider Erwarten ins Wasser fallen, ist eben Badetag angesagt.
Sind Sie bereit?
Der Countdown beginnt … 3 … 2 … 1 …

Viel Vergnügen! 🙂

 

 

 

©mauswohn

Die (R)evolution der Sprachwürste

Sprachwürste. In aller Munde, doch längst nicht mehr im wahrsten Sinne des Wortes. Die Revolution der sprechenden Fleischwaren hat begonnen.
Wie kam es dazu? Erneut machte der stets erfinderisch brilliante Herr Ösi auf die scheinbaren Unscheinbarkeiten des Alltags bei seinem Grillwürstchen-Dialog auf diese Thematik aufmerksam.
Sprachwürste sind mittlerweile keine Seltenheit mehr, finden in der Gesellschaft lediglich zu wenig Beachtung. Anfänglich stumm brutzelnd auf dem Grill gelegen, lauschte die in Darm gepresste Fleischmasse den Gesprächen der geselligen Grillrunde, bevor sie jämmerlich von einem scharfkantigen Grillspieß erstochen und in einen gierigen Schlund verfrachtet wurde.
Allmählich entwickelten sich die schmalen Lieblinge aller Haushalte weiter, sie fingen an, einem Papageien gleich, die menschlichen Laute zu imitieren. Den fröhlichen Partygrillern fielen diese Sprechversuche nie auf, da sie meist betrunken über ihren Bierkrügen hingen und stupide auf die nächste Ladung Gegrilltes warteten.
So fand eine immer stärker werdende Kommunikation unter den Würsten statt, bis sie sich schließlich oftmals besser zu artikulieren wussten, als ihr promillegefüllter Konsument.
Seit all dies bekannt ist, erklärt sich auch die gestiegene Besucherzahl in psychiatrischen Behandlungszentren. Dass sämtliche Patienten von sprechenden Würstchen faselten, galt zunächst als das sogenannte Fress-Out-Syndrom. Doch da nun die Existenz der Sprachwürstchen bekannt ist, zeigt sich die Grillgemeinde über diese Aufklärung erleichtert.
Nun fragt man sich natürlich, wie es weitergehen soll. Traut sich der eingefleischte Dauergriller zu, sprechende Würstchen zu essen? Oder wird die Evolution sogar weiterschreiten und die Sprachwürste früher oder später auch das Laufen lehren? Werden die gefüllten Därme in Zukunft selbst zum Bratspieß greifen und auf ihren größten Widersacher, den Menschen, einstechen? Die Expertenrunden formieren sich und sind in höchstem Maße beunruhigt. Jedoch wird zu Besonnenheit aufgerufen. Die Kanzlerin und ihr Kabinett werden zeitnah eine Entscheidung fällen und diese aus ihrem Sommerurlaub live in Angies Grillrunde mitteilen.
Bis dahin, weiter kuhte Unterhaltung mit Ihren Würschteln und einen gesunden Appetit! … Aber aufgepasst, wer frisst wen? 🙂

 

 

Sollten Ihnen weitere sprechende oder singende Lebensmittel auffallen, melden Sie sich bitte bei unserer Notruf-Heißlinie. Wir werden den Hinweisen sofort nachgehen.
Vielen Dank!

 

 

©mauswohn

Zwei Ziegen räumen auf

Schepper, rumpel, klirr …

Hören Sie die Geräuschkulisse hinter den Hügeln der Alm? Nein? Gut. Die Tiere räumen hier nämlich gerade ein wenig auf und gestalten ihre Behausungen neu. Die Schnecken bemalen ihre Häuschen, die Vögel zimmern ihre Nester mit frischem Gehölz zusammen, die Dachse graben ihre Gänge um. Da bleibt ein gewisser Lärmpegel nicht aus. Und so hatten wir schon die Befürchtung, dass Sie uns eine Lärmbelästigungsklage in die Bloghütte flattern lassen könnten.
Ich kann Sie beruhigen, wir haben es bald geschafft. Fast sämtliche Bewohner haben nun ihre Stallungen neu eingeräumt, gefliest und alles frisch geputzt … schrubb, schrubb, feg, feg, wisch, wisch …
Nur unsere zwei bockigen Ziegen haben sich mit ihrer Renovierungsarbeit ein wenig Zeit gelassen und trippeln etwas hinterher. Mecker, mecker!
So hat sich unser Spaßvogel Buster Bär den Scherz erlaubt und die beiden bei ihrem Handwerk heimlich gefilmt. Film, film, lach, lach!
Sie sehen nun die zwei Ziegen Zisky und Zacharias, wie sie gemütlich den Boden in ihrem Gehege entfernen, damit er neu verlegt werden kann. Schaff, werkel, schwitz, … mäh!
Zurückspul, zurückspul, zurückspul … und das Ganze nochmal von vorn!

Viel Vergnügen! 🙂

 

Da all unsere Almtiere handwerklich sehr begabt und fleißig sind, kommen sie auch gerne bei Ihnen zu Hause vorbei, um Ihr Eigenheim wieder auf Vordermann zu bringen. Es sollten lediglich ausreichend Getränke und Fressalien für die eifrigen Helfer vorhanden sein, dann steht Ihrer neu gestalteten Wohnung nichts mehr im Wege!

Schepper, rumpel, klirr, …

 

 

©mauswohn

Richtungsmäßig

Heute haben wir die große Ehre, Ihnen ein Interview mit der neuen Nummer Eins aus dem Kunst- und Kulturbereich präsentieren zu dürfen. Ihre Werke wurden innerhalb kürzester Zeit weltberühmt. Bahnbrechend ist die modern-skurrile Ästhetik der Künstlerin, die in jeglicher Hinsicht kein Blatt vor den Mund nimmt und uns gerne einige Fragen beantwortete und trotz ihres fulminanten Aufstieges bodenständig geblieben ist.

Objektbeschreibung der Installation von Birgit Tetenwihl-Zesch.

Titel: „RICHTUNGSMÄßIG“ (bzw. „Der Weltenpisser“)

Einleitend ist vorauszuschicken, dass wir eine Installationsbeschreibung nicht selbst ausführen durften. Die Künstlerin bestand auf eine eigene Installationsanalyse. Wir trafen uns mit ihr in ihrem Heimatort Rostock zu einem Gespräch.

Redaktion: Sehr geehrte Frau Tetenwihl-Zesch, warum erscheint es Ihnen so relevant,  eine Eigeninterpretation vorzunehmen?

Birgit Tetenwihl-Zesch: Ja nun, so darstellungsmäßig denke ich, dass ich meine Installation am besten beschreiben kann, weil ich sie ja schließlich gemacht habe.

R.: Was wollten Sie mit dieser Installation zum Ausdruck bringen?

B.T.-Z.: Nun ja, so themamäßig beinhaltet diese Arbeit alles, von Norden nach Süden, von Osten nach Westen: Eine trügerische Idylle, Traditionen, Symbol für Unendlichkeit, Orakelsysteme und vieles mehr.

R.: Woran ist das im Einzelnen festzumachen?

B.T.-Z.: Nun ja, die Eichenblätter sind ja vier. Und weil die Oliven auch, die eigentlich Kackbollen von afrikanischen Ziegen sind. Hier haben wir schon mal einen interkontinentalen Aspekt. Die vier Rabbit-Meat-Keulen, auch wieder vier, stehen natürlich für die Himmelsrichtungen, die in jedem Land gleich sind. Man kann die Installation drehen und wenden wie man will, deshalb die Kurbel an der Rückseite, es bleiben immer vier.

R.: Sagen Sie doch mal was zum Material.

B.T.-Z.: Nun ja, ich sehe meine Installation als klassische Bildhauerei. Lediglich die Materialien entsprechen der Neuzeit. Wie bereits erwähnt, zu den Kackbollen empfand ich es als eine gute Symbiose, so verbindungsmäßig, dass die Blätter aus Kunstharz sind. Die Kaninchenschenkel sind aus harmlosem Silikon-sein.

R.: Silikon-sein?

B.T.-Z.: Nun ja, das ist Silikon von meinem Bruder, der ist Silikonfabrikant, also ist es sein Silikon. Silikon-sein! Die Flasche hab ich leergetrunken, also Flasche-mein.

R.: Und die schwarze Figur auf der Flasche?

B.T.-Z.: …besteht aus, nun ja, der schwarzen Masse des Alls. Nun ja, so erklärungsmäßig sag ich mal: schwarzes Porzellan. Durch all diese Materialien spreche ich natürlich vor allem die Synästhesie des Weltbürgers an. Hinter der nüchternen Konstruktion verbirgt sich auch ein soziales Experiment. Ja, weil die Materialassemblagen stehen konzeptuell in krassem Gegensatz – Fleisch gegen Natur. Die Ambivalenz des „Hunger-oder-nicht?“ bringt den Betrachter in starke Bedrängnis.

R.: Was symbolisiert das Männle da oben?

B.T.-Z.: Nun ja, das Allmännlein, wie ich es liebevoll genannt habe, betrachtet alles nochmal von einem anderen Standpunkt, aus der Vogelperspektive. Wenn man die Kurbel betätigt und die Installation dreht, aus der Maulwurfperspektive. Er denkt sich: “Wie lächerlich und klein die Welt von dort oben doch ist. Ich pisse auf Euch herab.“ Nun ja, ich dachte so kalauermäßig wäre das noch ganz gut, weil schließlich darf der humoristische Aspekt auch nicht fehlen. Er ist so was wie der kleine architektonische Übervater.

R.: Aha, hat das Etikett der Flasche eine besondere Bedeutung?

B.T.-Z.: Nun ja, das Wort „Trappist“ ist englisch und bedeutet so viel wie „Drapierung“. „Dubbel“ kommt aus der urbanen Jugendsprache und  heißt so viel wie „Schlemmkreide“. „Westmalle“ kommt aus der ehemaligen DDR. Damit bezeichneten die Ostbürger den Arbeiter beim Malteser Hilfsdienst, der im Westen gearbeitet hat. Der Westmalle. Und als Geste, also so freundschaftsmäßig, hab ich meiner besten Kumpelin Andrea Walter die Buchstaben AW gewidmet.

R.: Welche Bewandtnis hat es mit der grünen Fläche?

B.T.-Z.: Nun ja, also das ist der verbindende rote Faden zwischen dem Werk und der allumfassenden Welt. Dies ist mein philosophischer Leitgedanke.

R.: Wie lange kann diese Installation noch betrachtet werden?

B.T.-Z.: Nun ja, bis jemand Hunger hat. Und Durschd.

R.: Wieso, die Flasche ist doch leer?!?

B.T.-Z.: Nun ja, so verarschungsmäßig.

R.: Wir danken für das Gespräch.

 

richtungsmaessig

 

Ab kommenden Mittwoch können Sie Frau Tetenwihl-Zeschs Arbeiten in einer Dauerausstellung täglich von 14.00 Uhr bis 14.05 Uhr in der Wilhelmshavener Postfiliale am kalten Markt besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Austritt beträgt 13 Euro für Kinder und 77 Euro für Erwachsene. So bezahlungsmäßig ist das ein absolutes Schnäppchen! 🙂

 

 

©mauswohn

Malibu – 15.000 Meter über dem Meer

Die Sommerhitze lässt nicht nach. Das Weideland im gebirgigen Malibu dörrt allmählich aus. Doch nicht nur das saftige Gras bekommt die schwüle Luft zu spüren, auch das Kuhgehirn trocknet bei dieser Wärme merklich ein und die Denkparzellen beginnen zu schrumpfen. Die Kuh aus Malibu hat einen Sonnenstich.
So ist es wenig verwunderlich, dass das Mauswohnsche Oberstübchen mal wieder ein völlig konfuses Klang-und Bildmaterial hat entstehen lassen. Es wurde von den Herren Hitchblog und Nozart noch ein wenig in die Mangel genommen und von einer Stunde Länge auf ca. 10 Minuten gekürzt. Wenn Sie den Film gesehen haben, werden Sie verstehen warum. Mehr kann man dem geneigten Betrachter an derlei langweiligen Sommerabsurditäten wirklich nicht zumuten. Ursprünglich sollte der Beitrag gänzlich verhindert werden, doch die Androhung der Filmcrew, dann nur noch solche Filme produzieren zu wollen, schreckte die Redaktion zu sehr ab.
Zähneknirschend wurde also dieser Beitrag vom Misthaufen Mauswohn gezerrt und bruzzelt nun unter der Almsonne vor sich hin. Insgeheim hoffen hier alle, dass das Filmmaterial auf diese Weise schnell verbrennt.
Der kluge Betrachter betätigt in diesem Falle gar nicht erst die Play-Taste. Der gelangweilte Stubenhocker mit Hang zur Risikobereitschaft kann den Schritt durchaus wagen und sich der Betrachtung hingeben.
Wie immer wird keinerlei Haftung für diesen Kuhmist übernommen.
Die Redaktion wünscht mehr oder weniger viel Vergnügen mit einem Film, der wohl lediglich die letzten kleinen Löchlein im Sommerloch stopfen kann und dann gänzlich in der heißen Atmosphäre verpuffen wird. Wer also nichts Besseres zu tun hat, als sich die Zeit mit schwachsinnigen Kuhgedanken zu vertreiben, ist hier mal wieder genau richtig! 🙂

 

 

©mauswohn

Sommer-Si-n`est-ma: „Die Tomantschen kommen“

Noch neigt sich die warme Jahreszeit nicht gänzlich dem Ende und so bleibt Zeit für eine weitere Sommer-Si-n`est-ma-Aufführung.
Nachdem bei der ersten Vorstellung das Genre Küchen-Western bedient wurde, begeben wir uns heute in die Sparte des Küchen-Horror-Splatters. Also nichts für schwache Nerven und zart besaitete Gemüter.
Erneut handelt es sich bei dem heutigen Film um eine Coproduktion der Herren Hitchblog und Nozart.
„Die Tomantschen kommen“ dürfte vor allem tomatenbegeisterte Splatter-Horrorfans erfreuen, die bei diesem inhaltlich tiefgründig verstrickten Werk voll auf ihre Kosten kommen werden:
Erol Tomato aus Michigan ist Ketchuphersteller und beliefert die größten Imbissbuden im Land. Das Geschäft floriert. Soeben hat er einen weiteren Vertrag mit der Deluxe-Würstchenbudenkette „Psycho Meat“ abgeschlossen. Wenig erfreut beobachtet dies sein ausgeboteter Konkurrent, der Senfhersteller Hank Hardy aus Utah. Um Erol Tomato unter Druck zu setzen, engagiert er eine Zombie-Einheit, welche die Tomatenfabrik dem Erdboden gleichmachen soll. Und so rückt die Truppe an, metzelt sämtliche Tomatenfabrikarbeiter nieder, die sich ihrerseits aber nicht kampflos geschlagen geben. So tobt ein Massaker mehrere Tage lang, bis sich schließlich beide Parteien, Senf und Tomate, gegenseitig eliminiert haben. Und wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. In diesem Falle ist es der Mayonaisehersteller Macky Messer, der den neuen Vertrag mit „Psycho-Meat“ unterzeichnen darf.
Ein von Filmkritikern einerseits hochgelobter Film, allerdings legten Sterneköche und Gourmetrestaurants ob der martialischen Gewaltszenen Protest ein, und so wurden die eigentlichen Höhepunkte dieses Küchen-Horror-Epos zensiert.
Doch lassen Sie sich hiervon nicht die Laune verderben, es bleiben noch ausreichend visuell schmackhafte Tomatensplatter vorhanden.
Und vielleicht ahnen Sie es bereits. Um die Großbildleinwand auf den Hügeln der Alm zu erreichen, müssen wir natürlich erneut zunächst den Feldweg betreten. Genießen Sie den Spaziergang mit dem anschließenden Kinoerlebnis.
Selbstverständlich erhält jeder Bloghüttenbesucher seine gewünschten Knabbereien und wird nach dem Horrorszenario ausreichend medizinisch versorgt.

Viel Vergnügen! 🙂

 

Die Deluxe-Edition dieses Filmes erhalten Sie in einer roten Plastikgeschenkbox inklusive Fleischermesser, Tomatenketchup und zwei Mullbinden. Nur solange der Vorrat reicht!

Und einen herzlichen Dank an die werte Frau Kulturreisende, die für die Filmarbeiten ihr iPad zur Verfügung gestellt hat!

 

 

 

 

©mauswohn