Dekuhration – Aufräumarbeiten auf der Alm

Während Hausmeister Schrödinger seinen fünfjährigen Urlaub wahrnimmt und Mallybeau Mauswohn zahlreichen beruflichen Umstrukturierungsarbeiten nachgeht, sind die Tiere auf der Alm auf sich alleine gestellt. Und kaum ist Frau Mauswohn aus dem Haus, tanzen die Katzen auf dem Tisch … oder so ähnlich. Die Kühe gehen forsch voran und lassen es sich nicht nehmen, ihre Kuhställe in modebewusste Stuben zu verwandeln. Die Dekuhrationsarbeiten sind in vollem Gange …       🙂

 

Die momentan dezimierte Almcrew wünscht allen ein gemütliches Wochenende 🙂

 

©mauswohn

 

 

Lieben Sie Schlangen?

 

 

Kannibalen mit Jodel-Vorlauf

Friede, Freude, Eierkuchen. Und das jeden Tag. Zu schön um wahr zu sein. Besonders unser Hausmeister Egon Schrödinger weiß ein Lied davon zu singen, dass sich die viel geliebte Harmonie täglich neu hart erarbeitet werden muss. Ist doch das Verhältnis zu unserem Nachbarn Herrn Albert Zweiholz seit dem unglücklichen Ableben seiner Katze Doggy, nun ja, sagen wir einmal, ein wenig angespannt. Und Streitigkeiten mit seinen Nachbarn auszutragen ist bekanntlich für jedermann ein großes Ärgernis, zumal sich die meisten Probleme mit etwas mehr Rücksichtnahme und Verständnis auch oft verhindern ließen. Wie dem auch sei, die Herren Schrödinger und Zweiholz müssen nun wohl oder übel miteinander auskommen. Und wie Ihnen das mittlerweile gelingt, sehen Sie in unserem heutigen Filmbeitrag.

Viel Vergnügen! 🙂

 

Wir hoffen, dass Sie von Streitereien mit Ihren Nachbarn verschont bleiben oder wenigstens ein gemeinsames Hobby finden konnten, bei dem Sie sich nach kannibalischen Auseinandersetzungen anschließend wieder versöhnen. 🙂

 

©mauswohn

In jedem steckt ein Menschenfresser

Geraume Zeit ist es her, dass wir über den bis dahin unbekannten Laubosaurus berichtet haben. Erneut konnte nun unser Tierfilmer Isidor Sonnwed gemeinsam mit Regisseur Almfred Hitchblog Neues über das vielseitige Wesen in Erfahrung bringen. Die zwei Freunde legten sich auf die Lauer und entdeckten spannende Details, die sie Ihnen selbstredend nicht länger vorenthalten möchten. Rare Nachtaufnahmen werfen ein völlig neues Licht auf den gutmütigen Drachen. Sehen Sie selbst! 🙂

Film ab!

©mauswohn

Schrödingers Waschnachtsgeschichte

Der Winter hat Einzug gehalten. Fieberhaft wurden auf der Alm seit Anfang Dezember die Hütten geschmückt, festliche Dekorationen angefertigt und Geschenke gebastelt. Alle Tiere waren emsig und vergnügt bei der Arbeit. Der Sägefisch versuchte sich an Laubsägearbeiten, die Pinguine schneiderten adrette Fracks, die Zebras spendeten ihre Streifen den notleidenden öffentlichen Verkehrsbetrieben, die Gänse übten schmalzige Lieder ein und der Laubosaurus pflügte artig die Schneemassen beiseite.
Und heute ist der 24ste Dezember. Die letzten Vorbereitungen für ein gemütliches Beisammensein am Kaminfeuer werden getroffen. Und unser Hausmeister Herr Schrödinger gibt sich seit Tagen besonders geheimnisvoll. Es wird fieberhaft gerätselt, was er sich für eine Überraschung ausgedacht haben mag. Doch er lässt sich nicht in die Karten schauen.
Die Stunden verrinnen, bis schließlich am Spätnachmittag sämtliche Almbewohner freudestrahlend im Wohnzimmer um den Kamin zusammen kommen und ihre liebevoll angefertigten Geschenke an die Zweige einer südländischen Kuhmanntanne hängen, die vor dem Fenster steht und ihre Äste in die Höhe reckt. Der Geruch von frischen Bratäpfeln legt sich in den Raum, die Waschbären verteilen Seifentaler mit Zimtgeschmack und Schokoladencracker. Zufrieden lässt man sich das Gebäck auf der Zunge zergehen und genießt den Augenblick.
Und bevor nun die Geschenke ausgepackt werden, pflegt man eine altbewährte Almtradition, wir sehen uns gemeinsam einen Filmklassiker auf der Großbildleinwand an. Da man das ganze Jahr über mit Hitchblogschen Meisterperlen versorgt ist, greifen wir an Weihnachten oftmals auf epische Werke anderer Künstler zurück. So sahen wir in den vergangenen Jahren regelmäßig „Ben Hur“, den mit Pomadefrisuren durchtränkten Streifen „Vom Winde verweht“ oder den Sandalenfilm „Spartacus“. Doch in diesem Jahre haben wir uns für eine Neuerung entschieden. Da unser Herr Schrödinger ein begeisterter Filmliebhaber und Laienregisseur ist, hat er nun sein erstes cineastisches Oevre geschaffen. Die Weihnachtsgeschichte modern interpretiert aus Sicht eines Hausmeisters, der den vorweihnachtlichen Alltag meistert. Ein unverblümter Blick auf die täglichen Handlungen eines einfachen Arbeiters, zart umgarnt von einem Hauch Besinnlichkeit. „Eine Waschnachtsgeschichte“ nennt der werte Egon sein Epos, die, so hofft er, den Gegensatz von weihnachtlichem Konsumstress und alltäglichem Trott gut zum Ausdruck bringen soll. Der bodenständige Mann als alleiniger Kämpfer an der Putzfront gegen Schmutz, Bakterien und jede Menge Wäscheberge.
Lassen wir uns überraschen, ob Herr Schrödinger am Ende des Filmes seine weiße Weste behält.
Lehnen Sie sich bequem in Ihrem Ohrensessel zurück und genießen Sie den etwas anderen Weihnachtsfilm.

Licht aus, Film ab und viel Vergnügen! 🙂

©mauswohn

Herbst-Si-n`est-ma: „Klingel – Ein schwäbischer Haustürschwank“

Mittlerweile kennen Sie es schon. Das Freiluftkino der Bloghüttenalm lädt Sie zu einem weiteren cineastischen Großereignis ein. Die üblichen Verdächtigen sind wie immer am Start, in Person der Herren Hitchblog und Nozart, die nimmermüde an einem neuen Werk gefeilt haben, das hinter vorgehaltener Hand bereits als Kassenknüller gehandelt wird. So nahmen sich die zwei Tüftler dieses Mal dem Thema Dialekt und einer der wohl ungeliebtesten Berufssparten, dem Vertretertum, an. Das akribisch recherchierte Werk erinnert stark an die frühen Produktionen Chaplins und Keatons. Nicht Wenige sehen hierin ein Übertrumpfen der zwei Altmeister und suchen bereits nach neuen Superlativen, um diesem famosen Filmkunststück gerecht zu werden. Zum Inhalt:

Im Ländle. Ein gewöhnlicher Dienstag Vormittag. Die Kirchturmuhr schlägt 10 Uhr 30. Wie immer wird überall fleißig gearbeitet, Gehwege erfreuen sich größter Reinlichkeit, die Biotonnen sind ordentlich ausgeputzt, die neue Mercedes A-Klasse der redlichen schwäbischen Hausfrau steht frisch gewienert vor der peinlichst aufgeräumten Garage, in der sich vom Boden essen ließe, um den Nachbarn den hart erarbeiteten Stolz direkt vor die neidischen Augen zu halten.
Die Vögel zwitschern vergnügt, als plötzlich Unheil droht. In die heimelige Idylle bahnt sich ein Eindringling seinen Weg. An der Straßenkreuzung biegt ein schäbiger rostroter Ford Fiesta um die Ecke und hält mit stotterndem Motor vor dem gepflegten Anwesen der Familie Ruggaber-Mäule.
Quietschend öffnet sich die Fahrertüre und ein Mann mit Hut, in einen zerschlissenen Nerzmantel gekleidet, an den Füßen Lederriemensandalen tragend (im Schwäbischen besser bekannt unter der Bezeichnung „Jesuslatschen“), steigt aus seinem, Auto möchte man beinahe nicht sagen, Rostlaube wäre der treffendere Begriff,  und hieft aus dem Kofferraum eine große unförmige Tragetasche. Er klemmt sich das undefinierbar riechende, bereits sehr mitgenommen dreinschauende Utensil unter den rechten Arm und steuert zielgerichtet die Haustüre des makellosen Heimes an.
Die Singvögel, die sich seelenruhig im Vorgarten neben den polierten Gartenzwergen, im Baumarkt in der Schnäppchenecke „Zwei zum Preis von einem“ erstanden, niedergelassen haben, schrecken ob des ungewohnten Gastes ängstlich auf und verstecken sich in der akkurat geschnittenen Buxbaumhecke, die beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – oder Wer ist der beste Heckenschütze“ im vergangenen Jahr den ersten Platz belegte.
Die dreckigen Fußsohlen des Fremden hinterlassen unschöne Abdrücke auf dem neu verlegten Treppenstufenarrangement im Eingangsbereich. Ein ungesundes Husten lässt der einem Vertreter nicht unähnliche Besucher seinen Lungen entweichen, reckt seinen rechten Arm in die Höhe, zückt den Zeigefinger und lässt ihn mit einer gekonnten Bewegung auf den eigens mit einem Hinweisschildchen versehenen Klingelknopf herniedersausen. Es ist geschehen. Der Klingelvorgang ist in Gang gesetzt, ein sauberes „Ding-Dong“ ertönt im Hause Ruggaber-Mäule. Resolute Schritte erklingen hinter der verschlossenen Türe. Der Fremde nestelt an seinem Mantelkragen, die Türe öffnet sich. Vor ihm steht eine gepflegte Frau mittleren Alters. Ihr rotbackiges Gesicht ist in leichte Speckröllchen eingebettet, Schweißperlen triefen den dicken Hals hinab. Eine bunt geblümte Schürze ist um den voluminösen Körper der sichtlich geschäftigen Hausfrau gebunden, in der linken Hand hält sie ein Staubtuch. Unvermittelt sieht sie den Fremden an und fragt in deutlichem Ton:

Wie es weitergeht? Das Übliche. Der Herr mit Hut und Schmalz peilt das Nachbarhaus an, während die penible Hausfrau sofort den hinterlassenen Dreck registriert und kopfschüttelnd einen Eimer mit Putzwasser und den Schrubber holt, um die Misere zu beseitigen. Anschließend geht es ab in die Küche. Die Spätzle müssen bis 12 Uhr frisch dampfend auf dem Tisch stehen, wenn der fleißige Gatte von der Arbeit nach Hause kommt und seiner Frau (manchmal nervigen Alten) erzählt, wie viele Butterdosen er inklusive Schneidebrettle an die Japaner verkauft hat.
Oder wie der Schwabe zu sagen pflegt: Von nix kommt nix ond schaffa isch a Gschäft! 🙂

 

Als Verpflegung reichen wir heute selbstverständlich überwiegend schwäbische Spezialitäten wie Spätzle mit Linsen und Saitenwürschtle, dazu ein Gläsle Moscht oder ein Viertele Trollinger.

Viel Vergnügen und Guten Appetit! 🙂

©mauswohn

Mehr Platz im Kopf

„Wahnsinn! Ich werde noch wahnsinnig!“
Erinnern Sie sich noch daran, als Sie diese Worte das letzte Mal in Gebrauch hatten? Richtig. Hier auf der Alm kamen Ihnen diese Ausrufe wie von selbst über die trockenen Lippen, als Sie sich das Hitchblogsche Meisterwerk „Normaler Wahnsinn“ zu Gemüte geführt haben (warum auch immer).
Dass der Film für reichlich Diskussionsstoff sorgen würde, war Experten bereits vorher völlig klar. Doch dass beim Betrachten bisher unbekannte Wahnzustände bei einem Großteil der Zuschauer ausbrechen würden, war weder zu vermuten geschweige denn geplant.
Die visuellen Reize hatte Herr Hitchblog in seinem Film scheinbar so geschickt gesetzt, dass der interessierte Zuschauer schnell überfordert war. Da hatte sich unser Regisseur in seiner Naivität doch eingebildet, die Kenner seiner Filme würden mit der angeblich simplen Thematik der „Weggabelung“, die hier seiner Meinung nach ganz offensichtlich angesprochen wurde,  keinerlei Probleme haben. Aber wie es scheint, hatte sich wohl kaum jemand so recht mit seinen komplexen Werken auseinandergesetzt und wurde folgerichtig schnell des Wahnsinns fette Beute.
Doch ungeachtet dessen, hat der werte Herr Hitchblog nun ein schlechtes Gewissen. Seine geneigten Zuschauer derart in den Wahnsinn zu treiben, war freilich niemals beabsichtigt. Und so begab er sich umgehend in sein Kämmerlein, um ein cineastisches Gegenmittel für das vorangegangene Chaos zu kreieren. Klar in Aussage und Form, ohne versteckte Fallen am Wegesrand, aber die Thematik der „Weggabelung“ (in dessen gleichnamiger Serie Herr Ösi die Hauptrolle zugesprochen bekam) niemals aus den Augen verlierend. Hinter verschlossenen Türen werkelte er Tag und Nacht. Bei diesem Arbeitspensum, so hatten wir den Eindruck, ist bald er dem Wahnsinn näher als seine Betrachter.
Doch nach genau sieben Tagen war es geschafft. Völlig erschöpft präsentierte Herr Hitchblog unseren engsten Almmitarbeitern sein neuestes Werk „Mehr Platz im Kopf“. Hiermit wollte er das unnötig einverleibte Bildmaterial, das zu Wahnzuständen und Verwirrung führte, aus den Köpfen seiner Betrachter wieder verbannen.
Und was sollen wir sagen? Es hat geholfen. Frei und beschwingt tänzeln hier nun alle durch die Gegend. Die Apothekenrundschau hat bereits angefragt, ob in der nächsten Ausgabe ihrer Zeitschrift eine Gratis-DVD dieses Wunderheilmittels beigefügt werden dürfe, was Herr Hitchblog selbstverständlich (nicht ohne Stolz) bejahte. Unser Regisseur scheint also die richtige Medizin gefunden zu haben. Auf Nachfrage, was denn sein Geheimrezept hierbei gewesen sei, antwortete er nur, dass man einen Entleerungsvorgang am besten vollziehen könne, indem man den Deckel hebt und die ganze Sache auf den Kopf stellt. Mehr war dem ermatteten Künstler nicht zu entlocken, der nun seit drei Tagen auf der Holzbank vor dem Kuhstall den verlorenen Schlaf nachholt.
Sollten Sie nun also immer noch von Herrn Hitchblogs cineastischem Wahnsinnsvirus befallen und ihr Oberstübchen mit fragmentarischem Ballast versehen sein, raten wir zur Einverleibung dieses Filmes (ohne Unterbrechung bei gleichmäßiger Atmung).
Wenn Sie Glück haben, wird anschließend ein Gefühl des Wohlbefindes Ihren Körper umschmeicheln. Wenn nicht, haben Sie eben Pech gehabt! 🙂

Viel Vergnügen!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie eine Weggabelung! Gute Besserung!

 

 

©mauswohn

Herbst-Si-n`est-ma: „Pferdetango oder eine verkalkte SpielerEI“

Und wieder ruft das Freiluftkino der Bloghüttenalm.
Um den kühlen Herbst ein wenig mit sommerlicher Atmosphäre zu untermalen, haben sich die Herren Hitchblog und Nozart einer Realdokumentation angenommen, deren Geschichte sich im nördlichsten Süden Brasiliens abgespielt hat:

Carlos Eduardo war Pferdeliebhaber seit frühester Kindheit. Und so hatte er sich einen langgehegten Traum erfüllt und ein Lippizaner-Pinguin-Gestüt im Süden Brasiliens eröffnet.
Leider ließ sein Geschäftssinn zu wünschen übrig und bereits nach sieben Tagen musste sein luxuriöses Großprojekt hoffnungslos verschuldet Konkurs anmelden.
Ob dieses überwältigenden Schicksalsschlages verfiel der werte Herr Eduardo in die weltbekannte südländische Sommerdepression und musste sich in psychiatrische Behandlung zu Professor Caballo begeben. Dort riet man ihm in vielen langwierigen Therapiesitzungen, seine psychischen Probleme durch künstlerisches Arbeiten in Form von malen, stricken und töpfern in den Griff zu bekommen. So raffte sich der ermattete Carlos auf und beschloss, sich der Bildhauerei zu widmen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Da frische Bio-Eier von Legebatteriehennen zu den wenig erschwinglichen Lebensmitteln gehörten, deckte er sich mit 11 Großpaletten derer ein, kochte ein Ei nach dem anderen ab und aß sich zunächst einmal satt. Doch schnell wurde Herr Eduardo der vielen Eier überdrüssig und suchte nach einer Entsorgungsmöglichkeit.
Da keimte die kreative Ader des Pferdenarrs allmählich auf und er beschloss, aus seinem Restbestand von Eiern ein bildhauerisches Werk zu kreieren. Das hatte seines Wissens bisher noch niemand gewagt. Er sah bereits wieder Licht am Ende des Anfangs und träumte nun von künstlerischen Ruhmestaten.
Flugs griff er zu einem Filzstift aus Elefantenhaut, den ihm großzügerweise sein Nachbar Louis Armstrong aus seinem florierenden Unternehmen mit Tierstiften gespendet hatte.
Kaum zu stoppen bemalte der wiedererstarkte Herr Eduardo ein Ei nach dem anderen mit Gesichtszügen seiner jeweiligen Stimmung und hatte bald ein kurioses Sammelsurium an Eierköpfen in seiner Küche, seinem Wohnzimmer und seiner Toilette gebunkert.
Doch wie er sich so durch all die Grimassen in seiner Wohnung zwängte und ihm überall ein Teil seines Ichs entgegenblickte, fiel er erneut in eine tiefe Depression und schlug ein Ei nach dem anderen auf den Kopf, schälte es voll Verachtung und sank nach wochenlangem Rumgeeiere erschöpft auf sein mit Eierschalen übersätes Sofa.
Diese Energieleistung rief erneut ein großes Hungergefühl in dem verzweifelten Carlos hervor. Seufzend griff er zu seiner letzten Packung Pferdefleisch im Kücheneckschrank, formte daraus lustlos einige Fleischküchle, ließ sie in der Pfanne brutzeln und aß gedankenverloren eines nach dem anderen auf.
Und plötzlich merkte er, wie sein Blut erneut in Wallung geriet, Fröhlichkeit durchzuckte sein tristes Gemüt. Die Pferdefleischfleischküchle hatten ihm unvermutet Kraft und Lebensmut gegeben. 250 Pferdestärken waren in Carlos Eduardo übergegangen, der wie ein unerschütterliches Rennpferd dastand und vor Stolz und Würde erstrahlte.
Von diesem Enthusiasmus beseelt, stieg er in die Tierstiftfabrikation seines Nachbarn ein, entwarf teure Designereier in Zusammenarbeit mit Carl Fabergé und sang jeden Abend im Sonnenuntergang auf der Veranda bei einem frischen Glas Pferdewein mit seinem besten Freund Louis Armstrong „What a wonderful world“.

Neugierig geworden? Der Filmprojektor glüht vor. Dann lassen Sie uns gemeinsam auf die Alm schlendern und das neue Meisterwerk unseres Kreativduos genießen.
Aus der Almküche werden außerdem frische Fleischküchle und Pferdeäpfel mit Apfelmus kredenzt.

Viel Vergnügen und Guten Appetit! 🙂

Die Redaktion wünscht einen angenehmen Tag mit frischem Elan, Kraft und Energie.
Und wie heißt es doch so schön: Das Glück dieser Erde, liegt im schmackhaften Fleisch der Pferde! 🙂

©mauswohn

Normaler Wahnsinn

Die Gazetten schreiben es auf ihren Titelseiten. Radio und Fernsehen berichten rund um die Uhr. Heute ist es soweit. Zwei Weltstars werden bei den Wurmlinger Filmfestspielen mit großer Vorfreude erwartet.
Die zwei hochdekorierten Herren Almfred Hitchblog und Fuchsflur Amadeus Nozart, soeben mit 122 Oscars bestückt aus Hollywood zurückgekehrt, scheuen sich nicht, trotz ihrer Berühmtheit, auch die etwas kleineren cineastischen Wetttbewerbe in der Provinz aufzusuchen. Und siegessicher wähnen sie sich hier keineswegs. Haben die zwei kongenialen Partner doch in Cannes bei den diesjährigen Festspielen auch nur den dritten Platz belegt, obwohl ihnen große Chancen auf die Siegertrophäe eingeräumt wurden, nachdem Hollywood mit Auszeichnungen nicht gekleckert hat. Aber wie jedes Jahr stehen in Cannes die Filme „Katzenvideo“ und „Käse“ unangefochten an der Spitze. So versuchen die zwei nimmermüden Filmemacher nun ihr angekratzes Ego ein wenig aufzupolieren und genießen das Bad in der, wenn auch überschaubaren, Menge im schwäbischen Hinterland.
Hier gibt es seit Wochen nur ein Gesprächsthema. Der bahnbrechende Film „Normaler Wahnsinn“. In der Universitätsstadt Tübingen werden Sondervorlesungen gehalten, Gastredner aus aller Welt diskutieren über die einzigartige Struktur und die nur schwer durchschaubare Handlung dieses absolut zeitlosen Klassikers. Mittlerweile kennt man den Aufbau und die Tiefe der Hitchblogschen Filme, so glaubte ein jeder Kenner. Doch weit gefehlt. Hier sieht sich der Betrachter gänzlich neuen, ungewohnten Wahrnehmungsmomenten gegenüber, die selbst die Wissenschaft vor ein Rätsel stellt. Besonders eifrige und geschäftstüchtige Schwaben bringen bereits die ersten Bücher über dieses Meisterwerk auf den Markt, die ihrerseits gleich am ersten Tag der Veröffentlichung wieder ausverkauft sind. Die Rekorde purzeln aller Orten.
Doch genug des Vorgeplänkels. Die Herren Hitchblog und Nozart sind mit ihrer solarbetriebenen Limousine beim Wurmlinger Gasthof „Zum Ochsen“ vorgefahren, haben ihr Fünf-Gänge-Menü (ein Saitenwürschtle und vier Obschtler) zu sich genommen und befinden sich auf dem Weg Richtung Turnhalle, die für diesen festlichen Anlass glamourös geschmückt wurde und nun dem filmbegeisterten Publikum Platz bietet. Auf Bierbänken, Campinghockern und Isomatten sitzen die Zuschauer aus nah und fern und starren auf das weiße Bettlaken der Familie Dinkele, die freundlicherweise ihren Bettbezug als Leinwandersatz zur Verfügung gestellt hat, nachdem das ortseigene Kino bei der letzten Kirmesfeier einem Totalschaden zum Opfer fiel. Doch schließlich weiß sich ein findiger Schwabe stets zu helfen und so steht der Filmpremiere in Deutschland nichts mehr im Wege.
Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause Hitchblog. Im Anschluß daran finden gesellige Diskussionsrunden „Im Ochsen“, „Im Adler“ und in der „Krone“ statt. Auch hier lohnt ein Besuch. Und mag dort die ein oder andere Filmkritik oder Aussage nicht ganz so klar und gehaltvoll sein, der frisch gekelterte Wurmlinger Wein ist es mit Sicherheit!
Viel Vergnügen! Der Wahnsinn kann beginnen! 🙂

 

Dieser Film wird aufgrund der hohen Nachfrage bereits als Vorabendserie produziert und ist ab Dezember täglich auf allen TV-Programmen zu sehen. Die Besetzung der Hauptrolle ist noch vakant. Interessenten melden sich bitte auf der Bloghüttenalm bei unserem Hausmeister Egon Schrödinger.

 

 

©mauswohn

Kuhrovision Muhcontest

Die Spannung steigt. Kauen Sie auch so ungeduldig auf Ihren Fingernägeln und warten fieberhaft auf das alljährliche musikalische Großereignis?
Nun ist es wieder soweit. Der Kuhrovision Muhcontest steht vor der Tür. Und wie allgemein bekannt, treten in einem Vorentscheid all die Songs gegeneinander an, deren Klänge kein Hörer in seine Ohrmuscheln Einzug halten lassen will und am Ende mal wieder die Wahl des geringsten Übels bleibt.
Diese anspruchslosen Wettbewerbsbedingungen haben unser Kreativduo Hitchblog und Nozart geradezu aufgefordert mitzumischen, befinden sie sich schließlich mitten in einem Sumpf aus kompostierten Tönen und befremdlichen Bildcollagen.
Überraschenderweise haben Sie, werter Zuschauer, den Entschluss gefasst, die zwei Herren für die Bloghüttenalm mit ihrem Lied „Werner … so ein arrogantes Arschloch“ ins Rennen zu schicken.
Umfragen zufolge waren die meisten Zuschauer von der widersprüchlichen Bild-Klangkomposition besonders überzeugt. Hantierte doch Herr Nozart mit simplen Alltagsdialogen, die er gekonnt in ein Netz aus gängigen Rhythmen webte, so untermalte Herr Hitchblog die Klänge mit anspruchsvollen, aus dem Kontext gerissenen Naturaufnahmen, um bewusst einen Reiz in der Wahrnehmung des Betrachters zu setzen.
Das Konzept ging auf. Der geneigte Betrachter hat den stumpfsinnigsten Beitrag auserkoren. Siegessicher steht das Künstlerteam mit seinem Nummer-Eins-Hit in den Startlöchern und wartet darauf, auf die Bretter die die Welt bedeuten, entlassen zu werden.
Drücken Sie die Daumen, dass die Bloghüttenalmverteter am Ende des Tages die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen dürfen. Bei grandiosem Gelingen werden sämtliche Bewohner des Bloghüttentales zu einer fulminanten Feier mit Pauken, Trompeten und einem reichhaltigen Festessen eingeladen. Und sollte die Party wider Erwarten ins Wasser fallen, ist eben Badetag angesagt.
Sind Sie bereit?
Der Countdown beginnt … 3 … 2 … 1 …

Viel Vergnügen! 🙂

 

 

 

©mauswohn

Verfugt

Glatt wie eine Seidenplane webt sich ein melodiöser Film hauchzart in die Öberfläche des Genfer Sees. Die Sonne lässt ihr kugelrundes Haupt hinter den Bergwipfeln sinken. Ihr Tagwerk ist vollbracht. Und so beendet auch der Handwerker und Malermeister Dmitri Shostakovich seine Arbeit in den unzähligen Dörfern um den See. Dort glättet er die Wogen, hantiert geschickt mit jedem Werkzeug, bessert Unebenheiten gekonnt aus. Kurz, er hat immer eine Lösung für ein enstandenes Problem parat. Seine große Leidenschaft allerdings gilt dem Verfugen. Mit Akribie und Hingabe verspachelt er jede Ritze im Asphalt, kittet undichte Fensterrahmen und spürt mit seinem feinen Tüftlernäschen jede Fuge auf, um sie sogleich zu füllen. Diese etwas seltsame Angewohnheit hat ihm unter den Einwohnern den Namen Fugen-Dimi eingebracht. Er ist überall gern gesehen, weil stets hilfsbereit und immer für ein Späßchen zu haben.
Nach getaner Arbeit nun besteigt der werte Dimi eine kleine Bahn, die steil durch die Weinberge an den Gipfel führt, wo er ein kleines Häuschen besitzt. Müde lässt er sich dann stets auf einem der Sitze in seiner kleinen Bahn nieder. Es ist seine Bahn, denn niemand sonst fährt mit ihm hinauf in die einsamen Berge, und die Gemsen und Hirsche im Gebirgswald zeigen kein besonderes Interesse, ab und an mit ihm hinab ins Tal zu kutschieren.
So sitzt er immer alleine da, stülpt seine Kopfhörer über und lauscht einer seiner Kompositionen. Denn neben seinem handwerklichen Geschick ist er auch mit musikalischen Fähigkeiten ausgestattet, die außer seinen Stammtischfreunden niemand so recht zu schätzen weiß. Und natürlich handelt es sich bei seinen Notationen meist um fein ausgearbeitete Fugen, ganz der beruflichen Vorliebe entsprechend.
Während die Bahn nun langsam bergauf rattert, lehnt Dmitri nachdenklich am Fenster und blickt nach draußen. Er sieht, wie seine Umwelt an ihm vorüberzieht. Die Melodie in seinem Kopf untermalt die Bilder. Er verfällt in seine allabendliche Melancholie.
Immer steiler geht es aufwärts, immer weiter entfernt er sich von der Zivilisation. Gedankenverloren und von Intuition geprägt, malt er sich Dialoge zwischen seinen Mitmenschen aus, spielt belanglose Gespräche über Alltagssituationen durch, ab und an sind auch vergnügliche Begebenheiten dabei. Und nach einer zeitlosen Spanne von Begebenheiten hält die kleine Bahn. Automatisiert erhebt sich Dmitri von seinem Fensterplatz und tritt ins Freie.
Tief atmet er die frische Bergluft ein. Und mit ihr ist der Gedankenblues verflogen. Hungrig kramt er in seinem Rucksack nach einem Apfel und beißt zu, während er zufrieden zu seinem Häuschen schreitet, wo er nochmals die frisch verfugten Bodenplatten im Vorgarten begutachtet, bevor er sich schließlich von einer unbewussten Melodie wohlbehütet in sein Bett formen lässt:

 

Und sollte möglicherweise eine Ihrer Gehirnparzellen nicht ganz dicht sein, Anruf genügt, Fugen-Dimi ist sogleich zur Stelle und wird das Kopfchaos kitten! 🙂

 

Die Bloghüttenalm wünscht allen Lesern einen wunderschönen Herbstsonntag!

 

©mauswohn