Geschicktes Arrangement

Familie Meyerbeer genießt täglich ein üppiges Frühstück. Heidelinde Meyerbeer erbte ein stattliches Vermögen ihres Gatten, der beim Verzehr einer Schweinshaxe erstickte. Das Geld wird verschwenderisch für kulinarische Köstlichkeiten ausgegeben, während Hausdame Henriette nur einen kläglichen Sold für ihre harte Arbeit erhält. Nicht verwunderlich, dass sie eines Tages der Zorn überkam. Sie arrangierte den kleinen Spielball der dreijährigen Mona geschickt vor dem Frühstückstisch, dass Heidelindes Schwester Linde ausrutschte und sich Hand und Fuß verstauchte. Sie konnte nicht mehr sitzen und lehnte mit schmerzenden Gliedern am Fenster. Die Mutter tadelte ihr Kind wegen des unaufgeräumten Spielzeugs und strich ihr das Essen. Ihr selbst war der Appetit ob dieses unsäglichen Missgeschicks vergangen und ließ ihr Frühstücksei unangetastet. Diese Szenerie beäugte Hausdame Henriette mit großem Vergnügen. Kurz darauf verließ Familie Meyerbeer den Raum und sie setzte sich in aller Ruhe an den Tisch und genoss eine reichhaltige Mahlzeit, die ihr, wie sie fand, mehr als zustand. Nebenbei sinnt sie bereits über den nächsten Streich, um in den Genuss weiterer Köstlichkeiten zu gelangen 🙂

Was meinen Sie? Welchen Rachefeldzug hat die unterbezahlte Henriette ausbaldowert?

Familie Meyerbeer beim Frühstück, beäugt von der hinterlistigen Hausdame Henriette

©mauswohn

Bild: Claude Monet

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10 Gedanken zu “Geschicktes Arrangement

    1. Da scheint die ausgebeutete Henriette wohl doch noch etwas gekränkt ob ihrer schlechten Bezahlung. Wer weiß, vielleicht durchschaut die kleine Mona ihre nächste Idee und heckt wiederum der Hausdame einen Streich aus 🙂

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    1. Wohl dem, der hier Kunst sieht 🙂
      Es handelt sich um einen knallharten Tatsachenbericht, den unsere Investigativreporter schonungslos ans Tageslicht gebracht haben. Man ahnt ja nicht, was an Frühstückstischen alles passiert 🙂

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  1. Wären die Reichen großzügig zu ihren Angestellten oder Untergebenen, dann wären sie ja nicht reich.
    Und wenn man es darauf anlegt, dann muss man sich tatsächlich einen reichen Gemahl und dann alles oder vieles dafür tun, dass er sein Geld gut und zeitig an seine Erben weitergibt. – Wäre nicht mein Ding! Aber Henriette denkt oder dachte da anders.
    Lieben Gruß

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    1. Als Heidelinde ihren Hermann heiratete, war dieser noch bitterarm. Er lebte unter der Brücke und verkaufte Schuhbändel. Diese verkauften sich irgendwann so gut, dass er eine Fabrik eröffnete und Millionär wurde. Erst da gab er sich der Völlerei hin und wurde Opfer einer Schweinshaxe. Und die Hausdame, so wird gemunkelt, hat sich in die Familie eingeschlichen, weil sie um einen Schuhbändel betrogen wurde, der nach Kauf sofort zerriss. Dafür und ihre schlechte Bezahlung sann sie auf Rache.
      Wir sind eben alle nur Menschen 🙂

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