Mutter erlebt ein blaues Wunder oder Wie eine Künstlerkarriere begann

Yves war ein aufgeweckter Junge. Er lebte mit seinen Eltern in Nizza und genoss eine verspielte Kindheit in südländischem Flair. Den Vater bekam Yves kaum zu Gesicht, da er bei der Marine arbeitete und mit Seepferdchen um die Wette schwamm. Umso stärker war die Bindung zu seiner Mutter Marie. Er liebte sie über alle Maßen und bedachte sie regelmäßig mit selbstgebastelten Geschenken. So auch am Muttertag. Wenn Yves an seine Mutter dachte, sah er sie Geschirr spülend in der Küche stehen. Dankbar, dass sie sich regelmäßig des dreckigen Porzellans annahm, beschloss er, ihren Putzschwamm in ein kleines Küchendenkmal zu verwandeln. Er schnappte sich das Reinigungsutensil, befestigte es an einem Draht, welcher auf einem Stück Stein verankert wurde, den sein Vater von einem Tauchgang aus den Tiefen des Ozeans mitgebracht hatte. Dann holte er sein Tintenfass hervor und tauchte den Schwamm in tiefblaue Farbe. Zufrieden über seine Kreation, stellte er die Schwammskulptur am Muttertag in die Küche aufs Fensterbrett. Seine liebe Frau Mama schlug erfreut die Hände über dem Kopf zusammen, als sie die Skulptur entdeckte. Denn sie hatte bereits früh erkannt, welch künstlerisches Talent in ihrem Sohn schlummerte. Dass nun ein neuer Putzschwamm gekauft werden musste, entgegnete sie mit einem Lächeln und sagte: „Schwamm drüber“. Während Yves Klein ein bekannter Maler, Bildhauer und Performancekünstler wurde 🙂

Hat auch Ihre Mutter ein blaues Wunder erlebt oder wurde sie anderweitig beschenkt? 🙂

Der blaue Putzschwamm von Yves Mutter – eine Ode an die fleißige Hausfrau und liebende Mama

©mauswohn

Bild: Yves Klein

mallybeaumauswohn.wordpress.com

Galeriedruck australische Küste – hier erhältlich

21 Gedanken zu “Mutter erlebt ein blaues Wunder oder Wie eine Künstlerkarriere begann

  1. Es war einmal ein Mütterlein,
    die dachte blau, doch war’s nicht, nein..
    Und das ist gut so, denk daran,
    was Mütterlein so alles kann.
    Drum liebe und auch ehre sie.
    an Muttertag und sonst dann nie.
    😉

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  2. Ich habe spontan einen blauen Wollbobbel gesehen und wollte schon die Stricknadeln rausholen! 😀 Leider hat meine Mutter Gott hab sie selig zwar manches blaue Wunder mit mir erlebt und ich mit ihr, aber es kamen keine Kunstwerke dabei heraus. So ist das Leben eben. 🤷🏻‍♀️

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  3. Mein Kind hat mit ihren zwei Kindern sicherlich ganz zeitig die Kunstfertigkeiten ihres Sohnes und ihrer Tochter entdeckt – der eine ist jetzt ein Meister auf den schwarz-weißen Tasten, die andere ist in der letzten Zeit nicht mehr ganz so häufig auf ihren Saiten unterwegs, da sie sich schon intensiv auf ihr Studium vorbereitet. – Was sie an frühkindlichen Muttertagsgeschenken gebastelt haben, weiß ich nicht – aber hier der Schwamm gefällt mir, nur nass darf er wahrscheinlich nicht werden.

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    1. Ich wette, dass der kleine Yves unter Deiner Obhut mit Sicherheit einen lila Schwamm für Dich gebastelt hätte. Vermutlich hätten sich seine Skulpturen auch im Kugelbereich bewegt. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Schwamm … äh Stamm 🙂

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  4. So ein toller kleiner Junge!
    Mein Vatter hat ja früher immer die Zöpfchen der Nachbarstochter, die in der Schule in der Reihe vor ihm saß, ins Tintenfass getunkt. Deswegen gab’s dann immer wieder daheim Krach.
    Nachhaltig war das aber zum Glück nicht, die sind heute immer noch befreundet 🙂

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