Der Nashornhase

Balduin ist ein Nashorn. Seit über 900 Jahren lebt er irgendwo auf der Welt und kann sich allseitiger Bewunderung nicht entziehen. Denn Balduins lederne Haut schillert in den schönsten rosa Farbtönen. Das sorgt freilich für Aufsehen und Balduin steht permanent im Mittelpunkt der Betrachtung. Bis es ihm eines Tages im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt wurde. Er beschloss, ein Hase zu werden und schlüpfte in ein simpel anmutendes, braunes Fell und ließ sich zwei lange Hasenohren wachsen. So konnte er sich den neugierigen Blicken entziehen. Zunächst. Bis Albrecht Dürer den Pinsel schwang und Balduin malte. Seither hängt er eingerahmt in Museen und steht erneut im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nur das rosa Nashorn wird vermisst. Doch Balduin schweigt und denkt sich: „Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts.“ 🙂

Nashornhase Balduin

©mauswohn

Bild: Albrecht Dürer

Edinburgh Schloss Galeriedruck – hier erhältlich

28 Gedanken zu “Der Nashornhase

          1. Besonders!
            In unseren Breiten lebt man als Nashorn eh sicherer als als Has. Genug Grünzeug wird es finden, regnet ja ausreichend für saftiges Wachstum. Zur Not kann es auch zu mir in den Teich kommen, der ist auch voll. Schifft ja seit November

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            1. Letzte Woche hats mal geregnet nach sehr langer Trockenzeit. Heute schönster Sonnenschein und 20 Grad 🙂
              Das Nashorn hilft bestimmt gerne aus, wenn es dafür ein ruhiges Plätzchen bei euch findet. Es könnte gut Würstchen auf seinem Horn aufspießen, wenn gegrillt wird 🙂

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  1. Was viele nicht wissen, ist, dass Dürer dem Balduin und seinen Konsorten mit dem Roman „Die Nashörner“ ein Denkmal gesetzt hat. Da Dürer ja Maler war und zur damaligen Zeit nicht gleichzeitig auch Schriftsteller sein konnte, kam der Roman erst nach seinem Ableben heraus und glänzt seitdem mit völliger Abwesenheit in den Museen dieser Welt… 😉
    Frohe Ostern 🥚 🐰 🎅

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    1. Ein Multitalent, kann man da nur sagen. Kaum bekannt ist außerdem, dass Dürer Metzger und Chefkoch eines gut gehenden Ristorante war, in dem es wöchentlich Hasenbraten und Nashornsuppe gab. 🙂
      Frohe Ostern in den Ösiblog. Möge Frau Saftschubse Glück beim Suchen haben 🙂

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    1. Wie gut, dass Dich Deine Erinnerung nicht trügt. Lieben Dank für die Verwandlung, die zuckersüß kafkaesk daherkommt 🙂
      Mal sehen, wie lange der Gute der Sonne oder meinem Hunger Stand hält 🐰

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    1. Oh, das sind ja zwei ganz besondere Gesellen. Wer weiß, ob die vor ihrem Hasenleben auch in anderem Gewand gesteckt sind. Der grüne Hase war zuvor vielleicht ein Baum, während der andere als Braunbär durch die Wälder gestreift ist 🙂

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