Oktoberfestsyndrom 54

Es war im Jahre 1954. Die 7-jährige Gloria Mooshammer lebte ein wohl behütetes Leben in dem kleinen bayrischen Dorf Bierfing.
Sie wuchs, wie alle ihre Freundinnen, in einer von Oktoberfestfanatikern gespickten Familie auf. Ihr Großvater Ludwig war der Mitbegründer der allerersten Feierlichkeiten auf dem Festplatz.
Und so spielte die gute Gloria täglich brav mit ihren adretten Dirndl-Barbie-Puppen Resi, Zenzi und Maria, lernte bei Mutter Therese das Brezel backen, ging jeden Tag nach Schulschluss in die Brauschule von Onkel Michael und wurde bereits im zarten Alter von nur 3 Jahren Kreismeisterin im Schuhplattln. Eine typisch bayrische Familie in damaliger Zeit.
Einzig bei Vater Horst Mooshammer war die Oktoberfestbegeisterung noch stärker ausgeprägt als bei allen übrigen Familienmitgliedern. Den Ochsen, der für das Leder seiner Trachtenhose herhalten sollte, schoss er auf des Nachbarn Weide selbst, die feinen Verzierungen auf dem Wolljanker ließ er unter seiner strengen Aufsicht von der weltbesten Seidenstickerin Chinas, Mia Han Bia, in ununterbrochener, wochenlanger Kleinarbeit anfertigen und sang täglich die wichtigsten Volksfestlieder, um seine Stimme in Schwung zu halten. Stündlich trank er zwei Humpen Bier und vertilgte exakt 12 Weißwürtse pro Tag. Ein Ritual, das er seit seinem 10ten Lebensjahr vollführte und an seinem 54sten Geburtstag, der rein zufällig auf die Eröffnung des Oktoberfestes fiel, mit etwas ganz Besonderem krönen wollte.
Die Zahl 54 sollte an seinem Ehrentag im Mittelpunkt stehen. Hierfür hatte er 54 Gäste geladen, für die pro Person 54 Flaschen Bier und 54 Weißwürste vorgesehen waren. 54 Lieder sollten gesungen und der Schuhplattler im 54-Minuten-Rhythmus absolviert werden. Kurzum, jedes Detail sollte in irgendeiner Form mit der Zahl 54 in Verbindung gebracht und dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis werden. Alles war genauestens geplant. Gloria freute sich seit Wochen auf des Vaters Geburtstag und war stolz, für die Bewirtung eingeteilt worden zu sein. Ihr oblag die genaue Überwachung des Biervorrates, so dass am Ende der Feier jeder Gast seine versprochenen 54 Flaschen Hefe-Weizen-Horst-Spezial und die 54 Weißwürste vertilgt würde haben können.
Der große Tag kam, alles verlief wie am Schnürchen. Die 54 Automobile der Gäste parkten akkurat auf dem extra angemieteten 54 Quadratmeter großen Stellplatz vor dem Anwesen des Nachbarn, 54 Münder verformten sich, um zu lachen, zu singen, zu essen und zu trinken. Bis zur 54sten Minute vor 23 Uhr verlief alles nach Horst Mooshammers Vorstellung, der glückselig seinen 54sten Zigarillo genoss und in die Runde blickte.
Währenddessen hüpfte die quirlige Gloria beschwingt in die Küche, um Bier Nummer 54 für Herrn Dinglfing aus der mit seinem Namen beschrifteten Vorratskiste zu holen. Doch oh Schreck, was musste das Kind da sehen? Die Kiste war leer. Nur 53, mittlerweile ausgetrunkene, Flaschen konnte sie zählen. Keine 54ste war Herrn Dinglfing zuzuordnen. Sogleich überprüften die bestürzte Frau Mooshammer und die in Tränen aufgelöste Gloria die übrigen Biervorräte. Hier gab es nichts zu beanstanden. Lediglich diese eine Flasche fehlte. Wie sollten sie das nur dem Geburtstagshorst schonend beibringen?
Um die Sache abzukürzen. Es war tragisch. Horst Mooshammer nahm sich aufgrund der fehlenden Flasche Nummer 54 an seinem 54sten Geburtstag um Null Uhr 54 an Gleis 54 das Leben, als er sich vor den Bummelzug 54 schmiss, der ihn noch 54 Kilometer mitschleifte, wo ihn die Polizei schließlich 54 Stunden später fand. Herr Mooshammer wurde mit Sondergenehmigung der Stadt München um 12 Uhr 54 neben dem Festplatz beerdigt, wo nun jedes Jahr 54 000 Menschen sein Grab besuchen.
Die gute Gloria aber war ob dieses tragischen Schicksalsschlages so stark getroffen, dass sie 54 Monate in einer Nervenheilanstalt verbringen musste, bevor sie einen 54 Milliarden schweren Ölmulti aus Texas heiratete. Die Ehe verlief zunächst harmonisch, doch während Glorias Gatte Jim seine Ölfelder bestellte, brach bei ihr das seltene „Oktoberfestsyndrom 54“ aus. Aufgrund ihres traumatischen Kindheitserlebnisses entwickelte Gloria die Angewohnheit, von allen Lebensmitteln stets die genaue Anzahl von 54 Stück im Haus zu haben. Zunächst zählte sie nur die Bierflaschen. Dann kamen Butter und Tomaten hinzu, bis schließlich alles Ess- und Trinkbare in 54-facher Ausfertigung im Haushalt vorhanden sein musste.
Ihr geschäftstüchtiger Gatte Jim besitzt bereits mehr als 54 Ölraffinerien und hält sich nebenbei 54 Geliebte, so dass ihn die Macke seiner Frau Nummer 1 nicht weiter stört. Irgendeine Eigenheit haben wir schließlich alle. Einzig, dass Gloria bei der Heirat auf die Namensänderung in Mooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooshammer mit 54 „o“ bestand, irriert ihn ein wenig, wenn er einen weiteren Scheck unterzeichnen muss 🙂

das oktoberfestsyndrom 54
Gloria Mooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooshammer in ihrem neuen texanischen Eigenheim, den Biervorrat auf seine Vollständigkeit von 54 Flaschen überprüfend.

 

 

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 


Wärbung

Ein wenig Hölderlin für Literaten

hölderlin

52 Gedanken zu “Oktoberfestsyndrom 54

  1. Super super super, liebe Mallllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllybeau,
    meine erste Reaktion war Freude – nicht darüber, was der „armen“ Familie Mooshammer so alles für Unbill zugestoßen ist, sondern dass ich diesem Schicksal von Oktoberfest und so tatsächlich um Haaresbreite entronnen bin, ihm förmlich von der Schippe gesprungen bin. In Deggendorf – baurischer geht es ja schon kaum noch – geboren, ward es einem glücklich-unglücklichem Ereignis zu verdanekn, dass sich meine Mutter nicht dort niedergelassen hat, sondern mit mir und meinem Bruder in das heimatliche Görlitz getuckert ist. Zum Glück ist diese Stadt so klein und unbedeutend, dass es keine 54 Bahngleise gibt, auf das sich jemand legen könnte, um seinem 54 monatigem, wöchentlichem oder jährlichem Leben ein Ende zu setzen.
    Und darauf Prost – aber nicht aus einer 11,00 € teuren Maß, sondern aus einem ureigenen Bierglas mit meinem Namen!
    Und tschüss sagt Clara Himmelhoch

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    1. Liebe Claraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

      Bei dem Faible für Zahlen habe ich in der Tat an Dich gedacht. Nur gut, dass Du ohne Dachschaden Deine lila Accessoires hortest, wenngleich der Milliardär fehlt. Aber wenn man einen Glücksbär hat, braucht man den schließlich auch nicht mehr.
      Wer weiß, wie weit der 54er-Tick der guten Gloria noch gehen wird. Vielleicht gründet sie irgendwann einen Zahlenclub, da bekommst Du dann die erste Mitgliedschaft … und 11 Fässer Alsterwasser gratis 🙂

      Liebe Grüße
      Malybeauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu

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      1. Ich hoffe, ich muss jetzt weder die a’s noch die u’s nachzählen und du hast sie auf 55 aufgerundet – denn genau das wäre mein Artikel – nur würden die Gäste nicht 55 Flaschen Bier bekommen, sondern bestenfalls Gläser, damit nicht alle volltrunken sind.
        Über deine 11 Fässer Alsterwasser freue ich mich riesig – da habe ich bis zum Lebensende ausgesorgt, es sei denn, es sind nur 5 l-Fässer, das wird dann knapp.
        Zu meinem nächsten Schnapszahlengeburtstag kann ich nicht so viele Gäste einladen, weil ich dieses Gebrüll nicht aushalten würde. Aber auch die Hälfte wäre mir schon zu viel – aber mit einem kleinen erlesenen Kreis macht es ja eh mehr Spaß.
        Jetzt lese ich die Bedingungen für die 11 Fässer noch einmal genau – ich glaube, ich trinke doch lieber bezahlt, denn ob ich in einen Club mit der guten Gloria möchte, zweifle ich an.
        Und tschüss!

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        1. Ich glaube, so ein Club wäre ganz entspannt. Schließlich darf dort jeder verweilen, der eine Zahlenmacke hat. Die gute Gloria mag eben ihre 54er-Nummern und Du bevorzugst Schnapszahlen. Es lässt sich bestimmt gemütlich plaudern von Zahlenfreak zu Zahlenfreak und jeder hat andere spannende Erlebnisse zu berichten … und sein ganz eigenes Getränk zu trinken 🙂

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          1. Na gut, ich werde noch mal darüber nachdenken. Aber so ein großer Schnapszahlen Freak bin ich vielleicht doch nicht. Obwohl, wie ich mich immer freue, wenn die Uhrzeit eine Schnapszahl ist, das ist schon etwas bedenklich. Ich mag ja gar keinen Schnaps.

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            1. ZZ = Zahlenzwilling, das gefällt mir so viel besser als Schnapszahl.
              Ohne zu flunkern, ich wollte so gern Zwillinge haben, weil ich Naivling dachte, da wäre ich viel schneller aus dem gröbsten raus, weil die ja zusammen groß und größer werden.

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            2. Das klingt doch prima. Auf diese Weise kommst Du doch noch zu Deinen Zwillingen, hast nicht zu viel Arbeit mit ihnen und einen besseren Namen für Deine Zahlen 🙂

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  2. Liebe Frau Mallybeau,
    Hammer, hammermässig glorifiziert. Über die vierundfünfzig wächst bestimmt nie Moos. Wie ungerecht, ein Fräulein Gloria braucht nur die 54 in ihrem Leben zu kennen und braucht zusätzlich nur Nullen zu malen und bekommt alle Flaschen zu Gesicht. Außerdem braucht sie sich von allen Monaten, die es gibt, nur einen zu merken. Ihr Geburtstag, das ist wohl auch der 54. Oktober … So wenig braucht sie zu behalten …

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    1. Liebe Frau Thoring!

      Ich weiß nicht so recht, ob die werte Gloria wirklich so gut dran ist. Schließlich steht sie permanent unter ihrem 54-er-Zwang. Immer zählen und wenn was fehlt, rasch auffüllen. Möglicherweise füllt sie das natürlich auch aus. Wenn Gloria ihren Tick nicht ausüben könnte, wäre sie vermutlich noch viel schlimmer dran. Vielleicht sollte ich ihr mal 54 Zeilen schreiben und fragen, wie sie sich mit ihrem Syndrom eigentlich fühlt. Betrunken ist sie jedenfalls nie, da sie seit ihrem Trauma eine Bierallergie hat 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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      1. … eine Biergallerie hat sie? Mit echten Flaschen? Und 54 mal liest sie das gleiche Etikett. Hat die’s gut, sie braucht noch nicht einmal etwas auswendig zu lernen … braucht nicht rechnen zu können … nichts braucht sie. Nicht einmal eine Uhr. Der Zeiger steht doch bestimmt, wie es sich gehört, auf der 54. … Wenn man ihr schreibt, muss man ihr vierundfünfziger Alphabet aber können, sonst versteht sie nichts …

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        1. Die gute Gloria ist ein Genie im Kopfrechnen und ist mittlerweile so geübt, dass sie innerhalb weniger Sekunden mehrere hundert Produkte zusammenzählen kann. Als Mathematiklehrerin wäre sie mit Sicherheit gut zu gebrauchen. Wenngleich sie vermutlich alle Lösungen auf 54 korrigieren würde 🙂

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          1. Gloria, hat die’s gut. Auch als Mathematik-Fräulein. Keine Striche zwischen den Zahlen, auch keine Querbalken. Sie ist so patent. Es gibt bei ihr nur ganze Flaschen, nichts Geteiltes oder gestapelt Doppeltes, alles zum klaren Anfassen und Öffnen. Und was das Beste ist, nach der 54 kommen die Nullen! Wer hat das schon … 54 Flaschen und in der nächsten Flaschen-Zählreihe 540 Exemplare mit dem gleichen Namen drauf. Glorias Rechenstunden sind weltbeste Kunststunden!

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            1. Es ist wahrlich ein Kunststück, mit diesem seltenen Syndrom umzugehen. Denn wenn sich das weiter ausbreitet, ist sie von morgens bis abends nur noch mit zählen beschäftigt. Nun gut, um Geld braucht sich Gloria glücklicherweise nicht zu kümmern und wenn das Finanzamt bei ihrem Mann anklopft, ist sie die perfekte Rechenkünstlerin, die die Milliarden und Schwarzgeldkonten im Blick hat.

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    1. Liebe Myriade!

      Oh Gott, halt! Das wirft die gute Gloria völlig aus der Bahn. Jetzt muss sie eifrig all ihre Lebensmittelbestände durchzählen und sehen, wovon sie zuviel hat. Die Dame ist, glaube ich, ganz einfach aus dem Konzept zu bringen 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau … und 56

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    1. Liebe Priska!

      Welch eine Lücke in der Familienplanung. Da hat der werte Herr Mooshammer wohl doch etwas versagt. Möglicherweise ist daran auch der Alkohol ein wenig Schuld, der ihm irgendwann die Manneskraft genommen hat. Anders ist dieser Fauxpas kaum erklärbar 🙂

      Herzliche Grüße … hicks
      Mallybeau

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  3. Liebe Mallybeau, I bewunder immer wieder dei Fantasie! Des isch ja wieder mal a drolligs Gschichtle des dir zu dem Bildle eig’falle isch. Oder hosch etwa scho fürs Oktoberfescht g’übt und 54 Bierle trunke, dass es mit dei’m Erzähltalent duchgange isch?
    Bierseligs Grüßle!
    Anhoooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooora

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    1. Liebe Anhoooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooora!

      Ha was denksch denn, i brauch doch koin Alkohol om kreativ zom sei, des wär jo armselig. I drenk eh koin. I han denkt, i muss oifach mol äbbes zu dem Feschtle schreiba, weils ja scho emmr abardig do zugoht. Des wär nix für mi.
      Do gfällt mir Dein Sirtaki glei viel besser … ond Eel drenka isch au viel gsünder 🙂

      Grüßle ausm alkoholfreia Schreibschtüble
      Mallybeau … hicks

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      1. Des Oktoberfescht isch au net mein Fall. I war mal da vor a baar Jahr, des roicht. Mir ganget lieber aufs Rutefescht, und am allerliebschte gangemer jetzt Sirtaki tanze. 🙂
        I wünsch dir an scheene Dag, alkoholfrei nadierlich. (Wer braucht des scho?)
        🙂

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        1. Pröschterle, auf d Griechische Dänz ond s Rutefescht. Mir kenntet eigentlich onsr eignes Eelfeschtle gründa. Do schenk mr Eel aus, s gibt frisch geerntets Gmüs ausm Schrebrgärtle ond a gmietlichs Dänzle 🙂
          Dir au an scheena, promillefreia Dag … hicks …

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  4. Liebe Mallybeau Mauswohn,
    im Jahre 54 war ich immerhin schon 4 Jahre auf diesem Planeten, hatte die Zeit aber nicht genutzt, die Vorzüge eines Oktoberfestes zu ergründen, was sich auf den weiteren Verlauf meines Lebens insofern ausgewirkt hat, dass ich es NIE live erlebt habe!
    Nur ein oder zweimal Fernsehausschnitte, die mir genügten, um nicht wehmütig dieses Versäumnis zu betrachten.
    Auch hätten mir die norddeutschen Brauereien es sehr übel genommen, nicht Härke, Herrenhäuser. Lindener oder Becks zu unterstützen, sondern mich mit diesem bayrischen Abwaschwasser zu betrügen.

    Die Sache mit der Zahl 54 verunsichert mich aber!
    Die Quersumme von 54 ist 9!
    54 geteilt durch 9 ist = 6
    Gloria Mooshammer hatte also 1954 NICHT 7 sondern nur 6 Jahre alt sein dürfen, damit es später keine Ungereimtheiten gibt.
    Ich denke, hier liegt der gravierende Fehler! Und ich wundere mich gar nicht, dass genau EINE Bierflasche sich aus dem Staub gemacht hat.

    Gruß Heinrich

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    1. Lieber Herr Henrich!

      Dass die Zahl 54 nur die Spitze des Eis- bzw. Bierberges ist, denke ich auch. Das scheint mir erst der Anfang einer Verkettung höchst unglücklicher Umstände. Nun bringen Sie durch Ihre Rechenkünste die unrühmliche Zahl 6 ins Spiel. Jeder, der sich etwas mehr mit dieser Zahl befasst, und das dürfte wohl die Mehrzahl von uns sein, weiß, dass die Zahl 6 ganz stark mit dem Syndikat des Antialkoholismus verbunden ist, das Anfang des 18. Jahrhunderts in Bayern seine Blütezeit erreichte und alle Brauereien zunichte machte. Warum dann letztlich doch Glorias Großvater Ludwig und seine Kollegen die Oberhand gewannen und das Oktoberfest gründeten, ist nicht eindeutig geklärt. Auch ist über die Zahlen- und Biergeschichte im Norddeutschen Raum sehr wenig bekannt. Die Geschichtsschreiber erlagen, so sagt es die Geschichte, dem Suff.
      Ein Grund, weshalb ich mich lieber gar nicht mit Zahlen und Alkohol befasse und zu einer guten Tafel Schokolade greife … mampf 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau … und jetzt die 54ste Tafel …

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    1. Liebe Frau Kuenning!

      Um die Verfilmung dieses unglaublichen Dramas wird bereits heftigst gestritten. Noch ist nicht geklärt, ob Krombacher, Hollywood, Rosamunde Pilcher oder andere Interessenten den Zuschlag erhalten werden. Vielleicht wird es auch eine TV-Serie mit 54 sich immer wiederholenden Folgen geben.
      Der Name Horst ist natürlich wirklich rein zufällig. Der Name spielt in Bayern schließlich kaum eine Rolle 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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  5. Liebe Mallybeau. 54 Herzen für diese tragische Geschichte. 54 mal besser als alles was über das Oktoberfest geschrieben wurde! Die arme Gloria. Mit einem solchen, selbstverschuldeten, und Glück zu leben ist grausam. Wenigstens muss sie sich nicht auch um 54 Männer kümmern, sondern kann das getrost den geliebten überlassen.

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    1. Liebe Mitzi!

      Bisher habe ich ehrlich gesagt auch eher wenig erbauliche Geschichten über das Oktoberfest gehört. So war ich doch froh, diese Chronik der 54er-Gloria in der Almbibel gefunden zu haben. Das peppt das Volksfest ein wenig auf.
      Und 54 Männer nimmt die Mooshammer Gloria bestimmt nicht unter ihre Fittiche. Zu groß ist die traumatische Erinnerung an ihren Vater. Man stelle sich vor, jeder der 54 Männer tränke täglich 54 Flaschen Bier … wenn da mal was schiefginge … das Chaos wäre vorprogrammiert. So gesehen ist wirklich noch alles sehr einfach für die gute Neu-Texanerin, die gerne den Bayern und Touristen das Oktoberfest überlässt 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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  6. Liebe Mallybeau,
    hach, ja, das Oktoberfestsyndrom 54, da war ich zwei zarte Jährchen alt, durfte noch kein Bier trinken, für Weißwürste reichten meine Zähnchen noch nicht, und statt bayrischer Tracht trug ich von meiner Mama selbstgestrickte Röckchen! Aber 25 Jahre später hat es mich dann auch erwischt, lach, in einem Urlaub in Kärnten, das mit dem Oktoberfestsyndrom eng verwandte Trachtensyndrom, ich konnte und kann nähen und nähte mir nach diesem Urlaub nach einem von einer Urlaubsbekanntschaft mir extra zugesandten Schnittmuster ein echtes Wachauer-Dirndl, dunkelblau mit zartrosa Blümchen das Kleid, rot mit weißen Müsterchen die Schürze, hach, war ich stolz! Ein rotes Trachtenjäckchen, selbstgestrickt, folgte, eine weitere spätere Folge dieses Virus war dann eine bayrisch-krachlederne Hose für meinen dazumalen 4-jährigen Buben! Spätfolgen gab es nicht, hihihihi, heute ist der Virus folgenlos verheilt, und das Oktoberfest verursacht mir mit all seinen Auswirkungen heute nur noch sanftes Grauen!
    Da ist nun die Geschichte von Gloria Mooshammer die reine Nostalgie, damals war die bayrische Welt noch gänzlich in Ordnung und statt eines Vollhorstes gab es nur Glorias väterlichen Horst, welch herrliche Zeiten. Und dann so ein Drama am Geburtstag des Vaters, die Zahl 54 wird zum Verhängnis, aber wie es sich für so ein Oscar-reifes Machwerk gehört, naht das Happy-End für die unglückliche Gloria selbstverständlich in Gestalt eines Ölmultis aus Texas! So kann die liebe Gloria ihren Spleen 54 voll ausleben, ohne an irgendeine finanzielle Grenze zu kommen, denn 54 Nullen auf einem Scheck, hach, ja, ich wüßte auch, wieviele 54 x 54 herrliche Sachen außer Bierflaschen ich dafür erwerben könnte, hihihihi! Hier meinte Mimi gerade ganz versonnen, 54 x 54 leckere Döschen mit abwechslungsreichem Katzenfutter könne sie sich so rein räumlich gar nicht vorstellen, aber das wäre schööööön!
    Und wenn sie nicht gestorben sind, die Gloria und ihr Jim, dann zählen sie wohl noch heute jeden Tag 54 Bierflaschen! Prost!!! Und liebe Grüße hinauf auf die Alm, 54 an der Zahl, hihihi, schicken euch
    Monika und Mimi.

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    1. Liebe Mimi, liebe Monika!

      Wie schön, dass ihr damals noch ganz traditionsbewusst und ohne Boulevardgeschichten das Oktoberfest genossen habt. Höchstselbst das Dirndl und sogar eine Lederhose zu schneidern ist aller Ehren wert. Wäre ja lustig gewesen, wenn der Sohnemann an der Hochzeit solch eine Hose erneut getragen hätte, als kleine Nachwirkung aus der damaligen Zeit 🙂
      Mit 54 leckeren Futterdosen könnte die gute Mimi wahrlich etwas anfangen. Solange sie nicht plötzlich mit Schuhplattln anfängt (oder sagt man Pfotenplattln?) ist aber alles noch im grünen Bereich. Wer weiß, vielleicht kommt eines Tages ein Paket aus Texas und die liebe Gloria sendet jedem Oktoberfestliebhaber 54 Überraschungspackerl. Was da wohl drinnen sein mag, überlege ich jetzt lieber mal nicht. Dass es in 54facher Ausführung vorhanden sein dürfte, ist allerdings klar 🙂
      Wir wünschen euch nun 54 Mal eine wunderschöne Wochenmitte, genießt die Herbsttage und die letzten Sonnenstrahlen 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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      1. Liebe Mallybeau,
        ich mußte jetzt so lachen wegen der Krachledernen, die Sohnemann dann hätte noch zur Hochzeit tragen können, statt seiner trug die nämlich sein Patenkind, hihihihi, irgendwie hat sich der damalige Virus ganz drollig vererbt, der junge Mann ist nämlich ganz verschossen in alles bayrische! So kann’s gehen!
        Wir wünschen einen schönen herbstlichen WTT hinauf auf die Alm, liebe Grüße
        Monika und Mimi.

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  7. Jetzt hat mir der WP Reader zum 54. Mal Ihre grandiosen Beiträge vorenthalten! 😡😞 Daher spät aber dafür umso inniger: Prost, dass d’Gurgl net rost! 🍺 Auf Mallybeau Mooooooooooooooooooswohn! O’zapft is! 🍻

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    1. Lieber Herr Moser!

      Ich glaube der WP-Reader war auch heimlich auf dem Oktoberfest und hat sich ordentlich einen hinter die Beiträge gekippt. Kein Wunder, dass er uns nun mindestens jeden 54sten Beitrag durch die Lappen gehen lässt. Aber Ihre Heringe habe ich mir geangelt, ha! 🙂

      Herzliche Grüße in die Konservenabteilung
      Mallybeau

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  8. Apropos 54. Das ist genau meine Lebensmitte, da ich 108 werde.
    Auf der Suche nach esotherischen Informationen, habe ich im Netz gefunden:

    Aufbauend: In der Zahl 54 kann sowohl freudiges Lebensbewusstsein als auch fast unerträgliches irdisches erleben vorhanden sein. Sie kann einerseits Weisheit zu Macht binden, Geist zu Vernunft und Dogma andererseits zu Strebsamkeit, Festigkeit, Stabilisierung, Klugheit und Berechnung führen. Die 54 ist die Reformatorenzahl, sie verleiht tiefe Festigkeit im Glauben an die alluniverselle Ordnung.
    Störend: Die 54 kann Neigung geben zu abtötender Lastempfindung, Verpflichtung und Zwang, Lebensgenuss, Verblendung, religiösem Komplex. Mit der 54 sollte man sich mehr auf Ausgleich einstellen als auf Durchsetzung.
    Bezug zu anderen:
    Körperbezug: Knorpelgeschwülste, Funktionsstörungen, Trägheit der Lebens, kongestive Entzündungen.

    Ich bin immer wieder erschüttert, wie leichtfertig ich durchs Leben gehe, ohne die tiefsinnigen Hintergründe zu hinterfragen – manchmal nicht mal die vordergründigen Hintergründe . 😦

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    1. Lieber Herr Heinrich!

      Sie werfen mich völlig aus der Bahn. Ich bin ja völlig naiv auf die Geschichte der guten Gloria gestoßen. Dass diese so viele tiefgründige Züge aufweist, die wahrlich genauestens betrachtet werden sollten, erschreckt mich wirklich. Wir sollten diesen Beitrag an alle Deutschlehrer aushändigen, damit sie gemeinsam mit ihren Schülern das Oktoberfestsyndrom genau analysieren und eine Interpretation im klassischen Sinne durchführen können. Es ist wichtig, bereits die Jugend an dies schwierige Thema heran zu führen, bevor es allen so geht wie uns, die nun völlig konsterniert da sitzen und von der Zahl 54 derart überrumpelt werden.
      Auf diesen Schock brauche ich erstmal 55 Tafeln Schokolade 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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    1. Wir hatten ohnehin Glück. Die Bahn stand auf dem Abstellgleis. Es hätte gar nichts passieren können. Und IHNEN hätte ich so etwas sowieso nie zugetraut. Der BAHN aber schon! 🙂

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