Schrödingers Waschnachtsgeschichte

Der Winter hat Einzug gehalten. Fieberhaft wurden auf der Alm seit Anfang Dezember die Hütten geschmückt, festliche Dekorationen angefertigt und Geschenke gebastelt. Alle Tiere waren emsig und vergnügt bei der Arbeit. Der Sägefisch versuchte sich an Laubsägearbeiten, die Pinguine schneiderten adrette Fracks, die Zebras spendeten ihre Streifen den notleidenden öffentlichen Verkehrsbetrieben, die Gänse übten schmalzige Lieder ein und der Laubosaurus pflügte artig die Schneemassen beiseite.
Und heute ist der 24ste Dezember. Die letzten Vorbereitungen für ein gemütliches Beisammensein am Kaminfeuer werden getroffen. Und unser Hausmeister Herr Schrödinger gibt sich seit Tagen besonders geheimnisvoll. Es wird fieberhaft gerätselt, was er sich für eine Überraschung ausgedacht haben mag. Doch er lässt sich nicht in die Karten schauen.
Die Stunden verrinnen, bis schließlich am Spätnachmittag sämtliche Almbewohner freudestrahlend im Wohnzimmer um den Kamin zusammen kommen und ihre liebevoll angefertigten Geschenke an die Zweige einer südländischen Kuhmanntanne hängen, die vor dem Fenster steht und ihre Äste in die Höhe reckt. Der Geruch von frischen Bratäpfeln legt sich in den Raum, die Waschbären verteilen Seifentaler mit Zimtgeschmack und Schokoladencracker. Zufrieden lässt man sich das Gebäck auf der Zunge zergehen und genießt den Augenblick.
Und bevor nun die Geschenke ausgepackt werden, pflegt man eine altbewährte Almtradition, wir sehen uns gemeinsam einen Filmklassiker auf der Großbildleinwand an. Da man das ganze Jahr über mit Hitchblogschen Meisterperlen versorgt ist, greifen wir an Weihnachten oftmals auf epische Werke anderer Künstler zurück. So sahen wir in den vergangenen Jahren regelmäßig „Ben Hur“, den mit Pomadefrisuren durchtränkten Streifen „Vom Winde verweht“ oder den Sandalenfilm „Spartacus“. Doch in diesem Jahre haben wir uns für eine Neuerung entschieden. Da unser Herr Schrödinger ein begeisterter Filmliebhaber und Laienregisseur ist, hat er nun sein erstes cineastisches Oevre geschaffen. Die Weihnachtsgeschichte modern interpretiert aus Sicht eines Hausmeisters, der den vorweihnachtlichen Alltag meistert. Ein unverblümter Blick auf die täglichen Handlungen eines einfachen Arbeiters, zart umgarnt von einem Hauch Besinnlichkeit. „Eine Waschnachtsgeschichte“ nennt der werte Egon sein Epos, die, so hofft er, den Gegensatz von weihnachtlichem Konsumstress und alltäglichem Trott gut zum Ausdruck bringen soll. Der bodenständige Mann als alleiniger Kämpfer an der Putzfront gegen Schmutz, Bakterien und jede Menge Wäscheberge.
Lassen wir uns überraschen, ob Herr Schrödinger am Ende des Filmes seine weiße Weste behält.
Lehnen Sie sich bequem in Ihrem Ohrensessel zurück und genießen Sie den etwas anderen Weihnachtsfilm.

Licht aus, Film ab und viel Vergnügen! 🙂

©mauswohn

28 Gedanken zu “Schrödingers Waschnachtsgeschichte

  1. etwas laaaaangatmig
    und ja ich geb zu zwischendurch war ich schonmal
    wech
    also nich zum pullern oder so
    nöö nöö wie üblich
    zur überwachung
    leider hat sich der “ bär “
    also der waschbär
    im baum verkrochen
    auch hier in BeSSOC leuchten die kerzen
    nein keine erlektrischern oder wie das heißt
    sondern die richtigen 🙂
    die die auchnoch warm machen 🙂
    der film zeigt ja eigentlich mein leben
    ja im ernst
    mal ganz ruhig liegend
    und denn durchdrehen wie wild
    ich glaub diese sivamaten sind uns jack russel terrinen
    nachempfunden
    im schleudergang lauf ich bis 1800 umdrehungen locker und entspannt mit
    🙂
    alles drüber wird anstrengend
    aber kein problem 🙂
    ich bin ja ein “ SEAL -hund “
    und unser motto is nunmal – – >

    The Only Easy Day Was Yesterday
    dt.: Der einzige leichte Tag war gestern
    tiefenentspannt und voller action
    wünschen der ronny und ich noch “ friedliche “ weihnachtstage
    gruß bella 🙂
    friedlich ??
    ach streich das einfach 😀 😀 gruß bella 🙂

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    1. Liebe Bella!

      Wie wunderbar, wenn selbst ein so quirliger Jack-Russel wie Du in diesem hochdramatischen Säuberungsfilm ein wahres Hundeleben erkennen kannst. Wenn man ganz genau hinsieht, entdecktt man sogar zwei Knochen in der Waschtrommel. Das sind echte Hauptdarsteller! 🙂
      Wir hoffen, der Weihnachtsmann hat Dir was leckeres zum Essen in den Napf gefüllt und ihr genießt die Tage in der schönen Waldhütte.

      Sämtliche Almbewohner, unser Maulwurf und natürlich die Kuh aus Malibu senden herzliche Weihnachtsgrüße in die Hundehütte 🙂
      Mallybeau

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      1. waschnüsse sind keine knochen
        !
        räusper räusper
        ich erkenne was sich bewegt
        und flackert die kerze knurr ich
        denn sie bewegt sich
        der weihnachtsmann hat nach kurzem kampf
        reichlich hier gelassen
        ohne wunschzettel
        siehe blog
        er hat es halt drauf dieser “ alte mann “
        mit grüßen an macksi und frau mallybeau
        sowie die restlichen almbewohner
        wünschen der ronny und ich noch zwei schöne weihnachtsfeiertage
        gruß bella 🙂

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  2. Liebe Frau Mallybeau,
    Einfach großartig der Film! Der beste Langeweilerfilm, den man sofort abschalten kann. Ein Weihnachtstraum – endlich abschalten. Abschaltfilme sind die besten. Dann kann man in Ruhe Waschmaschine-Waschen gucken, so schön gemütlich mit Schokaladeessen …

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    1. Liebe Frau Thoring!

      So ist es. An Weihnachten soll man schließlich einfach mal abschalten! Die Seele baumeln lassen.
      Und was würde sich da besser eignen, als solch ein verdrehter Film 🙂
      Genießen Sie Ihre Schokolade und die Feiertage!

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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        1. Es haben sich bereits Communities gebildet, die sich in Waschkellern versammeln um gemeinsam bei Salzstangen und Rotwein diesem Film mit reichlich vielen Umdrehungen zuzusehen!

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          1. Da möchte man Mäuschen sein! Sind Sie auch dabei? Als Produzent haben Sie mehr als Salzstangen verdient. Die interessantesten Stellen im Film lassen sich sicherlich vor- und rückwärts ansehen …

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            1. Das Tiefgründige ist in der Tat, dass man sich den Film vor-und rückwärts ansehen kann und dabei immer neue Handlungsstränge und verborgene Schauspieltalente entdeckt. Dies ist mit Sicherheit eine cineastische Perle, die aufgrund ihrer vieldeutigen Aussagen in die Geschichtsbücher eingehen wird 🙂

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            2. Das ist tatsächlich der perfekte Alle-Jahre-Wieder-Film. Man kann sich nicht sattsehen. Und wenn es das Alle-Jahre-Wieder-Essen dazu gibt … besser kann man nicht vor sich hin dudeln und so schön la-la-la singen.

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            3. Aufgrund der großen Nachfrage wird vermutlich bald eine Farbversion für Buntwäsche auf den Markt gebracht. Eine Vorabend-Serie ist bereits ebenfalls angedacht…

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            4. Ist eine Version für Schwarzbuntes auch angedacht? Für dunkelblau bis tiefschwarz, das Waschpulver gibt es nämlich schon. Oder braucht der Film dazu extra dunkle Vorhänge? Der Film wird sicherlich gleichzeitig mitgewaschen, damit die Maschine ausgelastet ist, nehme ich an.

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            5. Möglicherweise bieten wir auch die kostengünstigere Variante an und liefern Filmbrillen mit unterschiedlichen Farbgläsern mit. So kann nach Belieben variiert werden.

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  3. Ohne Wechselwirkung mit der Außenwelt befindet sich Schrödingers Katze in einem überlagerten Zustand. Sie ist sowohl lebendig als auch tot. Exakt so habe ich mich am Ende des Films gefühlt. Ohne jegliche Wechselwirkung, und schon gar nicht mit der Außenwelt! Und dass, obwohl der Egon nicht Erwin heißt!
    Also, irgendwas stimmt da nicht!?!
    Aber wenn wir am Ball bleiben, finden wir es sicher heraus?!

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    1. Lieber Herr Heinrich!

      Ich hatte gehofft, dass Sie mit Ihrem analytischen Verstand eine wissenschaftliche Darlegung beisteuern. So klärt sich doch gleich Einiges, wenn auch nicht alles auf. Aber wir brauchen ja schließlich noch was zum Rätseln über die Feiertage 🙂
      Haben Sie eine Drohne zu Weihnachten geschenkt bekommen und Ihren Flugpark erweitert?

      Herzliche Grüße aus dem Waschraum
      Mallybeau

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  4. Liebe Frau Mauswohn,

    besonders beeindruckend an diesem Werk die Tiefe mit welcher die Monotonie ihren Ausdruck findet. In dieser schleichende Form, die langsam von unserem Dasein Besitz ergreift. Hut ab! Frohe Weihnachten!!!

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    1. Lieber Herr Dorn!

      Nun kann ich es ja verraten. Unser Laienregisseur Schrödinger hatte ein wenig Hilfe von unserem Filmstar Herrn Hitchblog. Nur so war dies tiefgründige Meisterwerk überhaupt zu waschen äh schaffen 🙂
      Die Alm wünscht auch Ihnen frohe Feiertage und bedankt sich vielmals für die regelmäßigen Kommentare.

      Herzliche Grüße gen Bodensee
      Mallybeau

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  5. An den Regisseur.
    Wohltuende Monotonie! Der Weihnachtsbesuch hat sich verabschiedet, die Gedanken drehen sich im Kopf, oder die Wäsche? Onkel Georg ist sogar aus dem Schwarzwald hergefahren, obwohl es glatt werden könnte – die Waschmaschine läuft – und Großtante Hilde kam, obwohl ihr Arzt abgeraten hatte wegen ihrer Arthritis – die Waschmaschine läuft – und Rüdiger hat sich freigenommen, obwohl er in den Ferien mit Viola Mathe üben müßte – die W läuft – und Hansjörg wartete darauf, vom Onkel ins Ferienhaus eingeladen zu werden, obwohl er nicht zum 70. gratuliert hat – die W läuft – jetzt werde ich die Spülmaschine einräumen – die W läuft – also den Schokokuchen haben sie bis auf den letzten Krümel verzehrt – läuft die Waschmaschine noch ? Tatsächlich, immer noch dasselbe Bild! Habe ich etwa das Spannendste versäumt? Ich warte noch eine Weile..wer weiß.

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    1. Werte Kulturreisende!

      Ich hoffe, dass sie trotz gebanntem Blick auf die Waschmaschine ein friedliches Weihnachtsfest mit Onkel Georg, Tante Hilde, Rüdiger, Hansjörg und allen anderen Verwandten feiern konnten. Nicht, dass man SIE im nächsten Jahr nicht zur Feier einlädt, weil Sie die Besucher sträflich vernachlässigt haben, aufgrund dieses großen Filmereignisses. Glücklicherweise kommt das Spannendste zum Schluß, sodass Sie sich getrost wieder der Waschmaschine widmen können, da die Spülmaschine leergeräumt ist.
      Wir wünschen einen wohltuend monotonen Jahresausklang 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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    1. Lieber Lo!

      Wie schön, dass unser Herr Schrödinger aus Ihrer Sicht mit einer weißen Weste davon gekommen ist.
      Vor allem aber Hut ab, dass Sie bei der rasanten Trommelfahrt nicht ins Schleudern geraten sind. Das gelingt nur den geübtesten Betrachtern!
      Pling … ah die Wäsche ist fertig, Sie entschuldigen mich, ich muss den Film zurückspulen! 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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